Kiel (dpa/lno) –
Schleswig-Holsteins Integrationsministerin Aminata Touré (Grüne) warnt vor Einschränkungen bei Integrationskursen für Ausländer. Wer sich künftig die Frage stelle, warum Ausländer nicht gut Deutsch sprächen, so Touré, der könne darauf eine einfache Antwort geben: Weil Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) ohne jede Notwendigkeit Geflüchteten verbieten möchte, Deutsch zu lernen, so Touré. Von den aktuellen Plänen betroffen seien besonders Asylsuchende, Unionsbürger und Kriegsvertriebene aus der Ukraine.
Laut Bundesinnenministerium soll es Integrationskurse nur noch für Menschen mit «positiver Bleibeperspektive» geben. In den Kursen, die pro Teilnehmer mehrere Tausend Euro kosten, wird Migranten vor allem die deutsche Sprache beigebracht; es geht aber auch um die deutsche Geschichte und Kultur.
Land bringt selbst Millionen Euro für Sprachkurse auf
Touré kritisierte, das sei das Gegenteil von Integrations- oder Arbeitsmarktpolitik. «Wer kein Deutsch spricht, kann sich schlechter integrieren und findet schlechter Jobs.» Der Bundesinnenminister könne sich nicht fortlaufend über gescheiterte Integration beschweren und dann genau die entscheidenden Maßnahmen konterkarieren, so die Ministerin.
Schleswig-Holstein stelle in diesem Jahr ergänzend zu den Bundesangeboten für landeseigene Sprachkurse rund 6,5 Millionen Euro bereit.
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