Werder und HSV auf einem Ehering vereint – Liebe verbindet

Christine Friede-Schinzel und Peter Schinzel lieben sich – und rivalisierende Fußball-Vereine. Jonas Walzberg/dpa
Christine Friede-Schinzel und Peter Schinzel lieben sich – und rivalisierende Fußball-Vereine. Jonas Walzberg/dpa

Hartenholm/Hamburg/Bremen (dpa) –

Beim Fußball jubelt und trauert das Ehepaar getrennt. Christine Friede-Schinzel ist Fan des Hamburger SV, ihr Mann Peter Schinzel Fan von Werder Bremen. Dass die beiden rivalisierende Vereine unterstützen, zeigen sie deutlich – nicht nur mit Tattoos und Fingernägeln mit Vereinslogo.

Vor ihrem Zuhause im schleswig-holsteinischen Hartenholm wehen zwei Flaggen nebeneinander, zwei Fan-Schilder prangen an der Hauswand. Drinnen zieren eingerahmte HSV- und Werder-Trikots mit Original-Unterschriften die Wände. Selbst im Bad verweisen Entchen in Vereinsfarben daraufhin, dass hier Fans zweier rivalisierender Clubs wohnen. «Sicher, der Fußball ist bei uns ganz groß», sagt Christine Friede-Schinzel. «Aber es gibt wichtigeres im Leben.» Über das ungewöhnliche Paar hatte zunächst der «Weser Kurier» berichtet. 

Familie und Liebe stehen im Vordergrund, wie beide betonen. «Es ist nur Fußball», sagt Peter Schinzel und berichtet, dass die Beziehung zu seiner Frau zahlreiche Nordderbys überstand. «Wir haben schon einige live erlebt.» Im Stadion stehen beide in der jeweiligen Fankurve – bei einem Nordderby also weit weg voneinander. «Ich könnte auch nicht neben dir auf der Tribüne sitzen», sagt sie und er stimmt zu. Jeder gehöre in seinen Block. 

Hochzeitstorte und Ringe haben klarer Botschaft

Als die beiden nach rund 18 Jahren Beziehung im April auf einem Leuchtturm in Schleswig-Holstein heirateten, schmückten die Wappen beider Fußballvereine die Hochzeitstorte, wie sie fröhlich erzählen. Einzigartig sind wohl auch ihre Eheringe mit den eingravierten Vereinswappen von Werder Bremen und HSV – liebevoll dicht nebeneinander. «Jeder hat seinen Verein», sagt Christine Friede-Schinzel. Aber: «Die Liebe steht im Vordergrund, bleibt im Vordergrund.»

Dass der Partner oder die Partnerin den Fußball-Rivalen liebt, ist für die beiden kein Problem. «Wir akzeptieren das gegenseitig», sagt Friede-Schinzel. Beide sehen darin auch eine Chance. «Wir versuchen zu zeigen, dass man die zwei Vereine auch harmonisch miteinander verbinden kann», sagt Peter Schinzel und seine Frau ergänzt: «Wir sind das beste Beispiel dafür, dass das geht.»

© dpa-infocom, dpa:260422-930-976566/1

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