Haus & Grund setzt für Gebäudeheizung auf Wärmepumpe

Der Vorsitzende von Haus & Grund Schleswig-Holstein, Alexander Blažek, spricht sich eindeutig für die Wärmepumpe aus. (Archivbild) Frank Molter/dpa
Der Vorsitzende von Haus & Grund Schleswig-Holstein, Alexander Blažek, spricht sich eindeutig für die Wärmepumpe aus. (Archivbild) Frank Molter/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Angesichts der hohen Preise für fossile Energieträger plädiert der Vorstandsvorsitzende des Grundeigentümerverbands Haus & Grund Schleswig-Holstein, Alexander Blažek, für den Einbau von Wärmepumpen. «Das aktuelle Motto muss lauten: Schnell weg von Heizöl und Erdgas. Fossile Energieträger haben keine Zukunft.». Wer nach dem Beginn des Iran-Kriegs und der damit verbunden Explosion der Energiepreise noch glaube, weiterhin auf Heizöl oder Erdgas setzen zu können, setzte auf das falsche Pferd, so Blažek. 

Biogas oder grüner Wasserstoff, «wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wohl bei der Diskussion um das Heizungsgesetz glauben machen wolle», seien keine Alternative. «Diese Energieträger werden nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht im ausreichenden Maß zur Verfügung stehen, um Wohnungen zu beheizen.» 

Blažek hält nichts von einem Preisdeckel für Heizöl 

Die Preise für Heizöl zu deckeln, ist aus Blažeks Sicht ebenso wenig eine Lösung, weil das knappe Angebot die Preise hochtreibe. Daran ändere auch eine Regulierung nichts. «Heizöl oder Erdgas zu subventionieren, setzt das falsche Preissignal. Wenn fossile Energie zum Heizen zu teuer wird, helfen staatliche Eingriffe kaum und kosten unnötig Steuergelder.» 

Die Alternative sei die Wärmepumpe. «In Schleswig-Holstein steht mehr mit Wind und Sonne erzeugter Strom zur Verfügung als wir derzeit verbrauchen können. Die Wärmepumpe ist also umweltfreundlich und trägt damit zur Energiewende im Wohngebäudesektor entscheidend bei, um die ambitionierten Klimaschutzziele des Landes zu erreichen.» 

Energieberatung einbeziehen 

Ob eine Immobilie mit einer Wärmepumpe wirtschaftlich beheizt werden kann, könnten Eigentümer mit einer Energieberatung ermitteln. «Hier ist Schleswig-Holstein vorbildlich, weil die Landesregierung die Energieberatung für private Eigentümer mit bis zu 90 Prozent bezuschusst», lobte der Vorstandsvorsitzende. 

Haus & Grund Schleswig-Holstein vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der privaten Grundeigentümer und hat landesweit mehr als 74.000 Mitglieder. 

Verband der Wohnungsunternehmer sieht Probleme 

Aus Sicht des Direktors des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, macht es sich Haus & Grund sehr einfach und ignoriere, dass es auch in Schleswig-Holstein an den Voraussetzungen für den Flächenbetrieb von Wärmepumpen fehle. «Immer mehr Wohnungsunternehmen setzen auf die Wärmepumpe und müssen erleben, dass diese zwar bestellt und geliefert wurden, aber nicht angeschlossen werden können.» Die Netze könnten sie nicht aufnehmen. Die Wärmepumpen seien da und dennoch müsse die Gasheizung weiter betrieben werden. Breitner nannte das «irre». 

Er sprach sich für Pragmatismus aus. So ist es aus seiner Sicht sinnvoll, fossile Heizungsanlagen nicht vor dem Ende ihrer technischen Lebensdauer aus dem Keller zu reißen. Der VNW vertritt nach eigenen Angaben in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein 484 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften mit 760.000 Wohnungen.

© dpa-infocom, dpa:260410-930-927559/2

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