Saisonstart im Vogelpark Walsrode mit Flugshow und Nachwuchs

Der Vogelpark in Walsrode meldet Nachwuchs bei vielen Arten.  Philipp Schulze/dpa
Der Vogelpark in Walsrode meldet Nachwuchs bei vielen Arten. Philipp Schulze/dpa

Walsrode (dpa/lni) –

Der Schreck der Vogelgrippe mit mehr als 80 toten Meeresvögeln ist überwunden, der Saisonbeginn im Weltvogelpark Walsrode lockt wieder besonders viele Familien an. Beliebt sind die imposanten Flugshows, bei denen Weißkopfseeadler und verschiedene Papageien von einem Trainer zum anderen über die Köpfe der Zuschauer hinwegfliegen. Bis zu 15 Papageien sind dann gleichzeitig am Himmel zu sehen. 

Erklärschilder geben Auskunft über die Herkunft der Tiere – viele sind vom Aussterben bedroht. So wie der Waldrapp mit dem langen, roten Schnabel, von dem in freier Wildbahn nur noch 250 Brutpaare leben. Kritisch ist der Status auch bei der Chinabuschwachtel und beim Blaukronen-Häherling. «Vögel gelten als die letzten Nachfahren der Dinosaurier», erklärt Park-Sprecherin Janina Ehrhardt, warum es auch einen Lehrpfad zu den ausgestorbenen Riesen-Dinos gibt. 

Rund 250.000 Besucher kommen pro Saison in die Lüneburger Heide, um auf 24 Hektar einige der 4.000 Vögel aus mehr als 600 Arten zu bestaunen. Die scheuen, südostasiatischen Loris mit Nektar füttern, Inkaseeschwalben mit dem roten Schnabel zu fressen geben oder die vier jungen Kiebitze unter einer Wärmelampe beobachten – die Natur kann ganz nah erlebt werden. 

Vor Ostern sind auch die verschiedenen Eier zu sehen – kleine, mittlere und große je nach Vogelart. Wer hat schon, wer ist später dran? Manche wirken auffällig, wie ein gesprenkeltes oder grün-türkis farbiges Ei – oft dient die Farbe der Tarnung gegen Fressfeinde. Sind Eier eher spitz geformt, so drehen sie sich um die eigene Achse, rollen aber nicht unbedingt weg. Das hilft etwa den Humboldtpinguinen, die ihre Eier in einer Bruthöhle in unwegsames Gelände legen.

Neugierige Pinguin-Familie 

Gar nicht scheu verhalten sich die mehr als 20 Pinguine, die im Familienverbund auf einer kargen, steinigen Landschaft nah am Wasser zusammenleben. In kurzer Distanz kann auch den Störchen zugeschaut werden, wie sie ihre Nester bauen. Zudem siedeln sich immer mehr wilde Storchenpaare in der Nähe des Geländes an und fliegen über die Gehege – zu fressen finden sie nach der Rückkehr aus dem Süden immer etwas. 

Überall zwitschert und piept es im Park, richtig laut wird es an der Voliere des Schwarzweißhäherlings aus Sumatra, der eine Melodie trällert. «Das ist hier sehr entschleunigend», weiß Erhardt. 

Neue Heidelandschaft mit Schnucken

Drei zottelige Moorschnucken – eine kleine Landschafrasse – tummeln sich in einem der Heide nachempfundenen Areal. Die Geschichte der heimischen Kulturpflanzen mit ihren Bewohnern hat erstmals einen Platz zwischen den internationalen Schwerpunkten nach Kontinenten gefunden. In der Amerika-Ecke leben viele Greifvögel, für Australien stehen zahlreiche Sittiche und ein Buschhuhn, für Afrika unter anderem Madagaskar-Arten. 

Hohe Hygieneregeln seit Corona – Impfung im Gespräch

150 Mitarbeiter sorgen dafür, dass während der Saison bis zum 1. November alle Vögel versorgt, die Wege freigeräumt und die Gehege sauber sind. Der üppige Schneefall hat den Park in den vergangenen Monaten stark gefordert. «Der Winter war ganz schwer», bestätigt Geschäftsführer Javier Gimeno Martinez. «Und dazu der Ausbruch der Vogelgrippe, aber wir waren ja nicht die Einzigen, es traf auch andere Zoos.»

Seit Corona gelten hohe Sicherheitsstandards, was die Hygiene betrifft. «Die Vogelgrippe ist ganzjährig ein Thema, die verschwindet nicht», sagt Erhardt – auch wenn im Moment alle Volieren okay sind. Zugvögel hätten das Virus im Frühjahr in den Park gebracht, habe ein Veterinär bestätigt. Derzeit ist im Gespräch, an einem Pilotprojekt zur Impfung des besonders gefährdeten Geflügels teilzunehmen. 

Winteröffnung als Gewinn

Ein Großteil der Bereiche des Parks war erstmals auch an den Wochenenden im Winter zugänglich, es lockten spezielle Events. Indoor-Attraktionen wie die Paradieshalle, das Papageienhaus und die Nachtwelten luden zum Entdecken tropischer Arten ein. «Das kam gut an und wir haben den Winter über schon die Wege freigehalten. Das kam uns im Frühjahr zugute», sagt Ehrhardt.

© dpa-infocom, dpa:260325-930-862541/1

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