Durststrecke vorbei: Sartorius will 2026 weiter zulegen

Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius will weiter wachsen. (Archivbild) Stefan Rampfel/dpa
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius will weiter wachsen. (Archivbild) Stefan Rampfel/dpa

Göttingen (dpa/lni) –

Der Göttinger Labor- und Pharmazulieferer Sartorius will 2026 an seine jüngste Erholung anknüpfen und weiter zulegen. «Für 2026 erwarten wir weiter profitables Wachstum», sagte Vorstandschef Michael Grosse bei der Vorlage der vorläufigen Bilanz für 2025. Die Branche sei wieder auf Kurs. Davon profitiere auch sein Unternehmen.

So soll der währungsbereinigte Umsatz um rund fünf bis neun Prozent steigen, mitgerechnet sind der jüngste Zukauf des Mikrogewebespezialisten Mattek sowie US-Zölle. Die operative Rendite soll auf etwas mehr als 30 Prozent steigen. Zuletzt lag sie bei 29,7 Prozent. 

Auch in den kommenden Jahren rechnet Grosse mit weiterem Wachstum. «Unsere Branche ist zurück auf Kurs, hat ihr langfristiges Wachstumsniveau aber noch nicht vollständig erreicht.» Das gelte vor allem bei der Nachfrage nach Anlagen und Instrumenten. Denn bei Neu-Investitionen hielten sich die Unternehmen weiter zurück. 

Nachfrage zieht wieder an

Zuletzt profitierte das MDax-Unternehmen vor allem vom Wiederanziehen des Geschäfts mit Verbrauchsmaterialien, das nach dem Corona-Boom förmlich eingebrochen war. Das sei derzeit der Haupttreiber des Wachstums, sagte Grosse. Aber auch das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten erholte sich von einem Nachfrageknick. Die neuen US-Zölle habe Sartorius bisher weitgehend an seine Kunden weitergeben können. 

2025 steigerten die Göttinger ihren Erlös um rund 5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich schwoll der Gewinn auf 154,9 Millionen Euro an, ein Jahr zuvor waren es 84 Millionen gewesen. «Für Sartorius war es ein erfolgreiches Jahr», sagte Grosse. «Wir haben unsere Umsatz- und Profitabilitätsziele zuverlässig erreicht und sind sehr zufrieden.»

Belegschaft wächst wieder

Der Göttinger Pharma- und Laborzulieferer hatte in der Corona-Pandemie von einer starken Nachfrage etwa für die Produktion von Impfstoffen profitiert. Danach litt das Unternehmen aber unter dem Abflauen des Booms, hohen Lagerbeständen bei Kunden, die inzwischen aber abgebaut sind. 

Sartorius hatte mit Einsparungen reagiert und auch Personal abgebaut. Inzwischen wachst die Belegschaft wieder: 2025 kamen mehr als 500 Stellen hinzu, die Belegschaft wuchs wieder auf etwas mehr als 14.000 Mitarbeitende. Vor allem in der Produktions wurden Leute eingestellt. 

Rechtsstreit bei Tochter in Slowenien

Noch offen ist ein Rechtsstreit um die Patente der slowenischen Tochter BIA Separations, die Sartorius 2020 übernommen hatte. Drohende Belastungen sieht Grosse aber nicht auf sein Unternehmen zukommen. «Für den unwahrscheinlichen Fall, dass da ein Anspruch besteht» sei Sartorius abgesichert, sagte Grosse. In dem Falle müsse dann die Versicherung des damaligen Verkäufers einspringen. «Der Kaufvertrag mit dem Verkäufer sieht bei so einer Transaktion die üblichen Absicherungen zugunsten vom Käufer, also von Sartorius, vor.»

Zu Details wollte sich Grosse mit Verweis auf das noch laufende Verkaufen nicht äußern. Ein erstes Teilurteil in Österreich sei noch nicht rechtskräftig. Zuvor hatte die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» über den Rechtsstreit berichtet. Demnach geht dabei um eine Auseinandersetzung zwischen BIA und ihrer früheren österreichischen Mutter um das geistige Eigentum der Slowenen. Dem Bericht zufolge geht es dabei mehr als 200 Millionen Euro.

Am Landesgericht Eisenstadt in Österreich sei dazu im Mai 2025 ein erstes Teilurteil ergangen. Beide Seiten hätten Berufung eingelegt. Im Februar solle nun das Oberlandesgericht Wien entscheiden.

© dpa-infocom, dpa:260203-930-634222/3

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