
Sturmfluten spülen Wangerooges Badestrand teils weg
30. Oktober 2026
Wangerooge (dpa/lni) -
Ein «gewaltiges Loch» haben die ersten Herbststürme und Sturmfluten auf Wangerooge in den Hauptbadestrand gerissen. So beschreibt es die Kurverwaltung der ostfriesischen Insel in einer Mitteilung. Schätzungen zufolge fehlen dort nun mehr als 40.000 Kubikmeter Sand. Die Inselgemeinde rechnet mit Kosten von mehr als 300.000 Euro, um den fehlenden Sand für die neue Badesaison im Frühjahr wieder aufzufahren. «Ein intakter Badestrand ist das wirtschaftliche Rückgrat unserer Insel und die unverzichtbare Grundlage für den Tourismus auf Wangerooge», sagte Kurdirektorin Rieka Beewen in einer Mitteilung.
Zwei leichte Sturmfluten hatten die niedersächsische Nordseeküste und die Ostfriesischen Inseln am vergangenen Sonntag und Montag getroffen. Inzwischen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) einen Überblick über die Sandverluste, die den Inselschutz betreffen.
Demnach verzeichneten die Küstenschützer mit Ausnahme von Baltrum auf allen Inseln Sandabbrüche vor Schutzdünen. Auf Norderney sind die Strandabschnitte Weiße Düne und Kugelbake betroffen, auf Langeoog bildete sich vor der Schutzdüne am Pirolatal eine Abbruchkante. Aber die Behörde gibt zugleich Entwarnung: «Zusammenfassend ist die Sturmflutschutzfunktion der Schutzdünen vollständig gegeben. Es liegt keine Gefährdungslage vor.»
Sturmfluten hinterlassen Treibsel am Festland
Die erste Sturmflut erreichte die Ostfriesischen Inseln spätabends am vergangenen Sonntag. Nach Angaben der Küstenschützer erreichte das Hochwasser Scheitelhöhen von 1,85 Meter am Pegel Norderney Riffgat und 1,91 Meter am Pegel Spiekeroog über dem sonst mittleren Tidehochwasser. Eine weitere Sturmflut mit niedrigeren Wasserständen folgte am Montag.
Auch am Festland sind die Überreste der Sturmfluten noch vielerorts zu sehen: «Die Sturmfluten haben zu erheblichen Treibselmengen von insgesamt circa 20.000 Kubikmeter an den landeseigenen Deichen geführt», teilte der Landesbetrieb mit. Treibsel bezeichnet organisches Material wie Reste von Seegras und Algen, die etwa bei Sturmfluten angeschwemmt werden. Das Material soll laut NLWKN so bald wie möglich abgefahren werden. Denn bleibt die Treibselschicht etwa auf den Deichen zu lange liegen, könnte die Grasnarbe absterben und der Halt des Deiches gerät in Gefahr.
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Quelle: dpa
