Aufatmen in der Krise: Hannover siegt nach Boldt-Aus
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Aufatmen in der Krise: Hannover siegt nach Boldt-Aus

1. November 2026

Hannover (dpa) -

Es war mehr die pure Erleichterung als der große Jubel, den die Spieler von Hannover 96 nach ihrem Heimsieg gegen Dynamo Dresden zeigten. Derby-Niederlage in Braunschweig, Pokal-Aus gegen Kaiserslautern, die Trennung von Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt: Hannover hatte in den Tagen zuvor alle Anzeichen einer handfesten Krise gezeigt. 

Jetzt verhinderte das 2:1 (0:1) in diesem Kellerduell wenigstens, dass der Aufstiegskandidat der 2. Fußball-Bundesliga auch noch auf den letzten Tabellenplatz abstürzte. «Die Reaktion war herausragend gut», sagte Trainer Sandro Wagner.

Trotzdem bleiben in Hannover große Fragen offen: Was bedeutet der Abschied seines großen Förderers für den gegen Dresden endlich zum ersten Mal siegreichen Trainer? Wer wird Nachfolger von Boldt?

Wagner mag keine Mimosen  

Wagner gab sich im Sky-Interview kämpferisch. «Ich mag dieses Mimosige und Beschweren nicht», sagte der frühere Nationalspieler. «Ich bin ein Kämpfer und habe Bock, mit den Jungs zu arbeiten. Ich bin gerne Trainer hier!»

Trotzdem war schon vorher klar: Hannover steht vor dem dritten Neuanfang innerhalb eines Jahres. Die Trennung von Boldt wurde bereits am Samstag verkündet. Zu groß war der Vertrauensverlust des Aufsichtsratschefs Martin Kind geworden. Zu groß ist auch die Sorge des langjährigen Clubchefs, dass 96 nach dieser Saison wieder da landen könnte, wo er den Verein 1997 übernahm: in der Drittklassigkeit.

Erste Kandidaten für Boldt-Nachfolge

Boldt wird in Hannover vieles angelastet: die Transfers des Sommers. Sein Bruch mit Wagners Vorgänger Christian Titz. Am Ende blieb der Ex-Vorstand des Hamburger SV nur fünf Monate in Hannover. Seine Zeit war damit aber immer noch zwei Monate länger als die seines Vorgängers Jörg Schmadtke, der im März nach Differenzen mit den 96-Gesellschaftern wieder ging.

Beides zeigt: Den Weggang des ehemaligen Sportchefs Marcus Mann zu Red Bull Salzburg haben die Niedersachsen bis heute nicht aufgefangen. Ein Nachfolger von Boldt wird deshalb exakt nach dem Profil gesucht, dem Mann bei seiner Verpflichtung 2021 entsprach: jung, ehrgeizig, innovativ und uneitel.

Zu den Kandidaten gehört nach «Bild»-Innovationen der frühere Zweitliga-Profi Sebastian Schuppan (40), der aktuell als sportlicher Leiter bei RB Leipzig arbeitet. Die erfahrenen Manager Roland Virkus und Carsten Wehlmann waren zuletzt ebenfalls im Stadion zu Gast.

Düsseldorf als Horrorszenario

Klar ist: Eine Doppelstruktur mit Sport-Geschäftsführer und Sportdirektor soll es in Zukunft nicht mehr geben. Der aktuelle Sportdirektor Ralf Becker steht nach Medienberichten ebenfalls vor dem Aus.

Klar ist auch: Spätestens zur nächsten Transferfrist im Januar wollen die Niedersachsen ihre sportliche Leitung neu aufgestellt haben. Dann müssen die Fehler der Kaderplanung korrigiert werden.

Denn mittlerweile gibt es in Hannover kaum einen Fan, Funktionär oder Reporter mehr, der nicht schon einmal das Schreckensszenario Düsseldorf erwähnt hat. Die Fortuna wollte in der vergangenen Saison endlich den Bundesliga-Aufstieg schaffen. Am Ende stand der Absturz in die 3. Liga.

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Quelle: dpa