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Die Leitungen liefen heiß am Donnerstagabend, als bekannt gegeben wurde, dass bei einem Hackerangriff Handynummern, Ausweise und andere private Dateien von Hunderten Politikern und Prominenten im Internet veröffentlicht wurden. Die Daten waren womöglich schon seit geraumer Zeit online abrufbar. Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher ist betroffen – er hat bereits eine neue Telefonnummer erhalten.

Von einem mittlerweile gesperrten Twitter-Account waren im Dezember zunächst Daten von Prominenten wie dem Satiriker Jan Böhmermann veröffentlicht worden: Bilder seiner Kinder, Bankdaten, Privatadressen.

In einer Krisensitzung koordinierte das nationale Cyber-Abwehrzentrum am Freitag die Untersuchungen des Bundeskriminalamts, des Bundesnachrichtendienstes, der Bundesämter für Verfassungsschutz sowie für Sicherheit in der Informationstechnik und weiterer Behörden.

Wer der oder die Täter sind und was sie bezwecken wollen – bisher nur Spekulation. Da Journalisten, Satiriker, und Politiker, aber keine der AfD, gehackt wurden, mutmaßen vereinzelte Medien rechte oder rechtsextreme Hintergründe. Auch Staaten könnten Auftraggeber sein, zum Beispiel China oder Russland. Im Prinzip kann aber jeder relativ leicht an Passwörter kommen und diese Missbrauchen, warnt IT-Experte Matthias Marx.

So können Sie sich vor Daten-Missbrauch schützen

Wählen Sie ein gutes Passwort

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– Ein gutes Passwort sollte mindestens 10 Zeichen lang sein.

– Es sollte aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen (z.B. § & ? * ! ? ) bestehen und nicht in einem Wörterbuch zu finden sein oder mit Ihnen und Ihrer Familie im Zusammenhang stehen! Sie sollten also keine Namen, Geburtsdaten, Telefonnummern oder ähnliches verwenden.

– Das Passwort sollte keine bloße Zahlenfolge (12345…) oder alphabetische Buchstabenfolge (ABCDEF…) darstellen.

– Je sensibler ein Zugang ist (etwa beim online Banking), umso mehr Sorgfalt sollten Sie auf die Verschlüsselung legen.

Nutzen Sie Hotspots im Zug, Café oder in einer Stadt mit Vorsicht

– In der Regel sind solche WLAN-Netze nicht verschlüsselt. Das bedeutet: Jeder andere Nutzer könnte den Datenstrom zwischen Ihrem Gerät und dem Hotspot mitlesen. Im schlimmsten Fall kann ein Angreifer so auch Ihr Gerät schädigen.

Weitere Maßnahmen:

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– Installieren Sie regelmäßig von den jeweiligen Herstellern bereitgestellte Sicherheitsupdates für Ihr Betriebssystem und die von Ihnen installierten Programme (zum Beispiel Internet-Browser, Office, Flash Player, Adobe Reader) – idealerweise über die Funktion „Automatische Updates“. Diese Funktion können Sie in der Regel im jeweiligen Programm einstellen, meist unter dem Menüpunkt „Optionen“ oder „Einstellungen“.

– Setzen Sie ein Virenschutzprogramm ein und aktualisieren Sie dieses regelmäßig, idealerweise über die Funktion „Automatische Updates“.

– Verwenden Sie eine Personal Firewall. Diese ist in den meisten modernen Betriebssystemen bereits integriert und soll Ihren Rechner vor Angriffen von außen schützen. Dazu kontrolliert sie alle Verbindungen des Rechners in andere Netzwerke und überprüft sowohl die Anfragen ins Internet als auch die Daten, die aus dem Internet an Ihren Rechner gesendet werden.

– Nutzen Sie für den Zugriff auf das Internet ausschließlich ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten, keinesfalls ein Administrator-Konto. Alle gängigen Betriebssysteme bieten die Möglichkeit, sich als Nutzer mit eingeschränkten Rechten anzumelden. Wie Sie ein einfaches Benutzerkonto einrichten, ist hier erklärt: Microsoft WindowsMac OS XLinuxLinux Ubunt

– Seien Sie zurückhaltend mit der Weitergabe persönlicher Informationen. Seien Sie misstrauisch. Klicken Sie nicht automatisch auf jeden Link oder jeden Dateianhang, der Ihnen per E-Mail gesendet wird. Überprüfen Sie gegebenenfalls telefonisch, ob der Absender der Mail authentisch ist. Wenn Sie Software herunterladen möchten, dann sollten Sie dies möglichst ausschließlich von der Webseite des jeweiligen Herstellers tun.

Weiterführende Links:

> Passwörter sicher gestalten – ein Muss für jeden Internetnutzer

> Weitere Tipps für gute und sichere Passwörter

> Verbraucherzentrale: Kritische Sicherheitslücken bei WLAN-Verschlüsselung und Bluetooth

> Zwölf Maßnahmen zur Absicherung gegen Angriffe aus dem Internet

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