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Der Schlaganfall gehört mit zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. 88.922 Menschen erleiden laut Bundesministerium für Bildung und Forschung hierzulande jährlich einen solchen „Hirninfarkt“. Was Sie in so einer Notsituation tun sollten und welche Symptome auf einen bevorstehenden Schlaganfall hindeuten können, haben wir für Sie zusammengetragen.

Warnzeichen unbedingt ernst nehmen

Die Symptome eines Schlaganfalls können ganz unterschiedlich sein. Deswegen ist er auch nicht immer eindeutig festzustellen. Doch auch, wenn die Anzeichen nur kurz auftreten, sollten sie ernst genommen werden. Schnellstmöglich sollte dann Hilfe (Notruf 112) gerufen werden. Typisch für Schlaganfall-Symptome ist, dass sie plötzlich auftreten. Die „Apotheken Umschau“ nennt folgende Anzeichen, auf die Sie dringend achten sollten:

  • Plötzliche einseitige Lähmung oder Kraftminderung ohne andere Ursache, vor allem in Arm und/oder Bein
  • Starke Kopfschmerzen (setzen schlagartig ein und sind kaum zu ertragen: typisch bei einer Gehirnblutung)
  • Einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein, im Gesichtsbereich (taubes, pelziges oder kribbeliges Gefühl), einseitig herabhängender Mundwinkel, Lähmung einer Gesichtshälfte
  • Sehstörungen (verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen) bis hin zur vorübergehenden Erblindung
  • Sprechstörungen (undeutliches Sprechen, Wiederholungen von Wörtern oder Silben, lange Pausen) bis hin zum Verlust des Sprachvermögens
  • Verminderte Ausdrucksfähigkeit (der Betroffene kann nicht mehr benennen, was er möchte oder äußert sich sinnlos)
  • Verständnisstörungen (Anweisungen werden nicht oder falsch umgesetzt)
  • Plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
  • Bewusstlosigkeit

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Im Notfall richtig handeln

Betroffene müssen so schnell wie möglich in ein Krankenhaus mit Schlaganfall-Expertise gebracht werden. Dabei zählt jede Minute, denn die erste Zeit nach einem Schlaganfall entscheidet darüber, wie groß der Schaden im Gehirn ist. Folgende Maßnahmen sollten Sie bei Verdacht auf einen Schlaganfall laut Apotheken Umschau ergreifen:

  • Ruhe bewahren!
  • Notruf 112 wählen und Verdacht auf Schlaganfall mitteilen!
  • Betroffene Person beruhigen und nach Möglichkeit nicht allein lassen. Machen Sie deutlich, dass Hilfe unterwegs ist!
  • Beengende Kleidung lockern!
  • Betroffene Person bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen!
  • Oberkörper der betroffenen Person bei Bewusstlosigkeit nicht erhöhen! Dies ist nur bei wachen Patienten zu empfehlen.
  • Gegebenenfalls Zahnprothesen entfernen, um Atemwege freizuhalten!
  • Auf die Atmung und gegebenenfalls auf den Puls der betroffenen Person achten!
  • Keine Getränke oder Medikamente reichen – eine Schluckstörung könnte vorliegen.
  • Bei Herz- oder Atemstillstand: sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten!
  • Umstehende Menschen direkt ansprechen und um Hilfe bitten!
  • Zeitpunkt notieren, als die Symptome begannen und Symptome selbst notieren (wichtig für den Notarzt)!

Risiken minimieren

Es gibt zahlreiche Risikofaktoren für einen Schlaganfall, die Sie selbst beeinflussen können. Diese Faktoren sind nach Angaben der „Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe“ Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Stress, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und der Konsum von Alkohol. Nicht beeinflussbare Faktoren sind Lebensalter, Geschlecht und Vererbung.

Quellen: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Apotheken Umschau, Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

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