Copy LinkCopy LinkShare on MessengerShare on Messenger

Der plötzliche Herztod ist die häufigste und zumeist unerwartete Todesursache in Deutschland. Bundesweit erleiden jährlich über 50.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Und dann zählt jede Sekunde. Denn das Erschreckende ist: Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Der Grund: Bereits innerhalb von drei bis fünf Minuten kommt es aufgrund von Sauerstoffmangel zu Schäden am Gehirn. Der gerufene Rettungsdienst benötigt durchschnittlich acht bis zehn Minuten zum Patienten. Diese Zeit könnte zwar durch eine Herzdruckmassage eines Laien oder Ersthelfers überbrückt werden – doch nur 39 Prozent der Deutschen helfen aktiv.

Bislang trauen sich nur wenige, im Fall eines Herzstillstands mit einer Reanimation zu helfen. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen. Daher ist es mehr als wichtig, diese Hemmungen abzubauen, damit im Notfall Leben gerettet werden können.

Prüfen, Rufen, Drücken

Jeder kann helfen und jeder kann Leben retten, wenn er oder sie die drei einfachen Schritte „Prüfen, Rufen, Drücken“ beachtet. Eine Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verdoppelt bis verdreifacht die Überlebensrate.

Damit sich so viele Menschen wie möglich diese drei Schritte einprägen, wurden im Laufe der Zeit bereits diverse Videoclips mit prominenter Unterstützung gedreht. Dieser hier beispielsweise schon im Jahr 2013 mithilfe von Comedian Kaya Yanar:

Auch dieser Clip hier auf Instagram mit Moderatorin Ruth Moschner und Schauspieler Daniel Fehlow zeigt anschaulich, was im Fall eines Herzstillstands zu tun ist:

Wer hingegen lieber analog unterwegs ist und gerne etwas zum „in die Tasche stecken“ hat, für den hat die Initiative „Ein Leben retten“ eine Kurzanleitung parat. Einfach herunterladen, ausdrucken, ausschneiden, dreimal falten und für den Notfall immer dabei haben.

> Hier geht es zum Download der Kurzanleitung zum Ausdrucken <

Wann kommt der Defibrillator zum Einsatz?

„Im Notfall ist es wichtig, direkt mit der Herzdruckmassage zu beginnen und nicht stattdessen erst nach einem AED zu suchen“, warnt Professor Dr. med. Jan-Thorsten Gräsner von der DGAI. Ein AED ist ein Automatisierter Externer Defibrillator, ein kleines tragbares Gerät, das durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen beenden kann. Mit der Herzdruckmassage, die immer zuerst erfolgt, muss schnellstmöglich ein Minimalkreislauf erzeugt werden, um das Absterben der Gehirnzellen zu verhindern. Richtig ist aber auch: Die Wiederbelebungsmaßnahmen allein können ein Herzkammerflimmern nicht beenden. Sie können nur die Zeit überbrücken, bis ein Defibrillator zum Einsatz kommt.

Jetzt stellt man sich also die Frage: Wo bekomme ich ein solches Gerät her? Immer häufiger sind sie an öffentlichen Plätzen, in Behörden oder Unternehmen zu finden. Apps wie „Hamburg schockt“  oder „Meine Stadt rettet“ zeigen Ihnen die Defibrillatoren in Ihrer Nähe. Die halbautomatisierten Modelle weisen den Ersthelfer genau an, welche Maßnahmen am Patienten zu treffen sind. Bevor es zum Auslösen des Stromschocks per Knopfdruck kommt, erfolgt zuvor eine Analyse der Herztätigkeit, die das Gerät selbsttätig durchführt. Weil das AED-Gerät bei der Wiederbelebung des Bewusstlosen die Regie übernimmt, kann es auch von Laien eingesetzt werden.

Smartphones retten auch Leben

Zum Glück sind aber auch schon viele Menschen qualifiziert, bei einem Notfall die lebenswichtige Herzdruckmassage durchzuführen. Nicht nur Pflegekräfte, Rettungsdienstmitarbeiter, Medizinstudierende, Ärzte oder andere im Gesundheitswesen tätige Menschen sind in den Maßnahmen der Wiederbelebung ausgebildet, auch die Feuerwehren und Hilfsorganisationen haben viele ausgebildete Helfer. Befindet sich bei einem lebensbedrohlichen Notfall ein ausgebildeter Helfer in der Nähe des Notfallortes, so kann dieser durch sein Smartphone geortet werden und unter Umständen mehrere Minuten vor dem Rettungsdienst beim Patienten sein – und so dessen Leben retten. Diese sogenannten First-Responder-Systeme gibt es in immer mehr Regionen deutschlandweit. Sie alle bieten jedoch einen unterschiedlichen Funktionsumfang. Sollten Sie Interesse an einem der Systeme haben, so wird empfohlen, sich zunächst über alle verfügbaren Systeme zu informieren.

Corhelper (in Niedersachsen z.B. verfügbar in Delmenhorst und Oldenburg sowie den Landkreisen Vechta, Ammerland, Cloppenburg und Wesermarsch)

Mobile Retter 

 

Verwendete Quellen: Deutscher Rat für Wiederbelebung – German Resuscitation Council (GRC) / Initiative „Ein Leben retten“ der DGAI und des BDA / Bundesministerium für Gesundheit / Projekt „Hamburg schockt“ des ASB

Zur Startseite