Protest gegen Reformpläne: Ärzte lassen Praxen zu

Die Hamburger Kassenärzte rechnen wegen der Gesundheitsreformpläne der Bundesregierung mit Einschnitten. (Symbolbild) Daniel Karmann/dpa
Die Hamburger Kassenärzte rechnen wegen der Gesundheitsreformpläne der Bundesregierung mit Einschnitten. (Symbolbild) Daniel Karmann/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Vor dem Hintergrund des Protests der niedergelassenen Ärzte gegen die Reformpläne der Bundesregierung dürften am Vormittag in Hamburg so mancher Patient und so manche Patientin vor geschlossenen Praxen stehen. Von 8.00 bis 10.00 Uhr sind die Ärzte aufgerufen, ihre Sprechstunden auszusetzen, wie die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg mitteilte. 

Stattdessen sollten die Ärzte unter dem Motto «Sparpolitik vernichtet Praxis-Termine!» von der Praxis «sichtbare Präsenz» zeigen, um mit den Patienten über die Gesundheitspolitik der Bundesregierung ins Gespräch zu kommen, hieß es.

Kassenärzte warnen vor verheerenden Folgen der Sparpläne

Bereits Ende Mai hatte die Vertreterversammlung – das höchste Gremium der vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Selbstverwaltung in der Hansestadt – vor den «verheerenden Folgen» der Berliner Sparpläne für Hamburger Praxen gewarnt.

Sie würden zu massiven Honorareinbußen für die Versorgung gesetzlich Krankenversicherter führen, «in manchen Fachgruppen von bis zu 30 Prozent», sagte damals der Vorsitzende der Vertreterversammlung, Michael Reusch. Darauf müssten die Praxen reagieren. «Ab 2027 werden sie ihr Versorgungsangebot wegen der drastisch gekürzten finanziellen Mittel deutlich einschränken müssen.» 

Bundesregierung will mit Sparpaket Beitragsanstieg verhindern

Für die Patienten bedeute dies: «sehr viel längere Wartezeiten, Aufnahmestopps und auch Praxisschließungen». Parallel dazu müssten die Praxen ihre Kosten senken, was Personalabbau zur Folge habe. Zudem würden Praxen verstärkt in die Privatmedizin ausweichen, so Reusch weiter.

Das sogenannte Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht Milliarden-Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche vor, die erneute Beitragsanhebungen verhindern sollen.

© dpa-infocom, dpa:260610-930-199322/1

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