Deutlicher Anstieg von Spionage im Norden

Insgesamt 100 Spionage- und Sabotagefälle sind im Jahr 2025 registriert worden, sagte Innenministerin Magdalena Finke (CDU). (Archivbild) Markus Scholz/dpa
Insgesamt 100 Spionage- und Sabotagefälle sind im Jahr 2025 registriert worden, sagte Innenministerin Magdalena Finke (CDU). (Archivbild) Markus Scholz/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Die Zahl der Spionage- und Sabotagefälle in Schleswig-Holstein ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. «Führte die Polizei im Jahr 2024 noch drei Taten im Bereich Spionage, Sabotage an, so sind es für das Berichtsjahr 2025 ganze 100», sagte Innenministerin Magdalena Finke (CDU) bei der Vorstellung des aktuellen Verfassungsschutzberichts. Besonders häufig registrierten die Behörden Drohnenflüge und Verdachtsfälle von Agententätigkeiten zu Sabotagezwecken, etwa durch Ausspähungen an militärischen Einrichtungen.

Zugleich verdeutlichten Phänomene wie etwa «Wegwerfagenten», Drohnensichtungen oder Phishing-Kampagnen die wachsende Bedeutung hybrider Bedrohungen für Staat, Infrastruktur und Gesellschaft. Daher sollen Verfassungsschutz und Landespolizei weiter personell gestärkt werden. «Darüber hinaus wird noch in diesem Monat mit dem „Gemeinsamen Abwehrzentrum Hybrid“ eine Bund-Länder-Struktur eingerichtet, die darauf abzielt, einen bundesweiten Gesamtüberblick sowie ein abgestimmtes Lagebild zu gewährleisten», erklärte die Ministerin.

Bei «Wegwerfagenten» handelt es sich laut Finke um Menschen, die mit wenig Geld dazu verleitet werden können, teilweise sogar nur einmalig, Straftaten gegen kritische Infrastrukturen im Interesse fremder Mächte zu begehen. «Das Wesen eines Spionageangriffes ist es, möglichst lange unentdeckt zu bleiben», betonte sie. Daher werde von einem großen Dunkelfeld bei den Fällen ausgegangen.

Allzeithoch bei politisch motivierter Kriminalität

Zudem ist bei den politisch motivierten Straftaten in Schleswig-Holstein ein Anstieg zu erkennen. So wurden 2025 insgesamt 2.822 Straftaten registriert, bei denen die Tatmotivation politisch war – 2024 waren es noch 2.677 Straftaten. «Das ist eine Steigerung um 5,4 Prozent und stellt damit ein Allzeithoch der Fallzahlen politisch motivierter Kriminalität in Schleswig-Holstein dar», sagte Innenministerin Finke. Die Zahl der Gewaltdelikte sank dagegen um 23 auf 130 Fälle.

© dpa-infocom, dpa:260604-930-172247/1

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