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Die aktuellen Corona-Zahlen in Hamburg. (Stand: 13.11.2020, 15:50) Grafik: 17:30 SAT.1 REGIONAL

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt in Hamburg auf einem hohen Niveau. Aber wie steht es um die aktuelle Corona-Entwicklung in Hamburg? Am Freitag hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher mit Expert:innen über die derzeitige Lage informiert.

„Wir sind in einer sehr komplexen Lage zurzeit“, unterstrich Peter Tschentscher zu Beginn der Konferenz. Er sei der Meinung, dass die medizinische Entwicklung und Kompetenz in Hamburg besonders hoch sei. Die Expert:innen stellten nacheinander ihre Schwerpunkte kurz vor. Für Schmidt-Chanasit liege dieser in der Fragestellung, wie die Teststrategie „verbessert oder verfeinert“ werden könne. Prof. Dr. Marilyn Addo, Leiterin der Infektiologie am UKE, skizzierte ihre Themen so: Wie ist die Situation auf den Normalstationen, wie geht die Entwicklung eines Impfstoffes voran? Eine erste Antwort: Der Hamburger Impfstoff werde „bisher sehr gut vertragen“.

UKE-Arzt: Für Lockerungen ist es zu früh

Rund 71 Patient:innen sollen derzeit auf den Intensivstationen in ganz Hamburg versorgt werden. „Wir sehen, dass diese Zahlen kontinuierlich ansteigen, das war auch zu erwarten.“ Daher sei es „aus Sicht der Intensivmedizin für Lockerungen zu früh“, berichtete Prof. Dr. Stefan Kluge. Der Leiter der Intensivmedizin am UKE unterstrich in diesem Zuge, dass es weiterhin besonders wichtig sei, die Risikogruppen zu schützen. Dazu zählen vor allem ältere Menschen, die auch unter chronischen Vorerkrankungen leiden.

Auswirkungen von Lockdown noch unklar

„Wir sind aus der starken exponentiellen Lage herausgekommen“, berichtete Bürgermeister Peter Tschentscher. Aus heutiger Sicht ließe sich aber in diesem Moment noch nicht sagen, ob der Lockdown-Light maßgebliche Auswirkungen auf die Infektionszahlen haben wird.

Impfungen voraussichtlich ab nächstem Jahr

Der genaue Zeitpunkt, wann Impfungen vorgenommen werden könnten, sei bislang nicht bestimmbar. „Erst im neuen Jahr wird eine Verfügbarkeit im großen Stil machbar sein“, betont Prof. Dr. Marilyn Addo. Die Vorbereitungen für den „Rollout“ eines Impfstoffes liefen bereits auf Hochtouren. Es gebe bereits ein Positionspapier des Ethikrates. Wenn alles nach Plan laufe, sei mit einer Zulassung aber erst im neuen Jahr zu rechnen. „Da ist große Logistik dahinter, es ist kein triviales Unterfangen“, so Addo. In Hamburg testeten momentan 60 Proband:innen den neuen Biontech-Impfstoff. „Sobald ein Impfstoff zur Verfügbarkeit steht, werden wir ihn in jedem Fall anbieten“, unterstreicht Peter Tschentscher ergänzend. Hamburg arbeite bereits an einem „Impf-Regime“.

Keine Einschränkungen für Einzelhandel

Peter Tschentscher betonte, dass es vorerst keine weiteren Einschränkungen für den Einzelhandel geben soll. Hier werde die Maskenpflicht sehr ordnungsgemäß berücksichtigt. Die Gastronomie und die Kulturbereiche sollten jedoch weiterhin von den Maßnahmen betroffen sein.

Am Donnerstag sind in der Hansestadt 660 neue Fälle registriert worden. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich in Hamburg damit 18.915 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Bürgermeister Peter Tschentscher hatte den Virologen Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, den Epidemiologen Prof. Dr. Gérard Krause, die Infektionsmedizinerin Prof. Dr. Marylyn Addo, den Intensivmediziner Prof. Dr. Stefan Kluge, den Allgemeinmediziner Prof. Dr. Martin Scherer und den Präsidenten der Hamburger Ärztekammer, Dr. Pedram Emami, zu einem Expertengespräch ins Hamburger Rathaus eingeladen.

Die Pressekonferenz in voller Länge:

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