Impfstoff-Studie in Hamburg: UKE sucht Probanden für Coronavirus-Impfung

Noch in diesem Jahr soll ein potenzieller Impfstoff gegen SARS-CoV-2 in ersten klinischen Versuchen am Menschen getestet werden. „Der Bauplan für den Impfstoff ist fertig“, erklärt Prof. Dr. Stephan Becker. Der Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Marburg und Koordinator des Bereichs „Neu auftretende Infektionskrankheiten“ im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ergänzt: „Wir haben jetzt finanziell und logistisch alles zusammen, um bald eine klinische Prüfung der Phase I zu starten.“ In dieser Phase stehen die Tests auf Verträglichkeit und Anregung von Immunantworten an.

Derzeit wird der Impfstoff für die klinische Phase I in Dessau hergestellt. Die Produktion wird voraussichtlich in drei Monaten abgeschlossen sein, sodass die klinischen Tests im September starten können.

Impfstoff wird am UKE in Hamburg getestet

Die klinische Prüfung wird von Prof. Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) geleitet werden. „Für viele Abläufe in diesem Entwicklungsprozess können die Erfahrungen aus der MVA-MERS-Studie als Blaupause dienen. Für den neuen Impfstoff hat auch die regulatorische Vorbereitung der klinischen Prüfung bereits begonnen. Eine offizielle Rekrutierung von Probanden kann erst nach Erteilung eines positiven Votums der Ethikkommission erfolgen, dennoch können sich Interessierte schon jetzt unter der E-Mail info-covid@uke.de registrieren lassen“, sagt Addo.

Prof. Marylyn Addo hat bereits maßgeblich an der Entwicklung des Ebola- und des MERS-Impfstoffs mitgewirkt. Dabei zeigte der Impfstoff gegen das MERS-Coronavirus eine sehr gute Verträglichkeit. Die geimpften Personen entwickelten eine Immunantwort gegen das MERS-Coronavirus, das in Saudi-Arabien vorkommt und von Dromedaren auf Menschen übertragen wird.

Wann wirkt ein Impfstoff?

Ein Impfstoff gegen das Coronavirus soll noch in diesem Jahr am Menschen getestet werden. Foto: Pixabay/ Beispielbild

Entscheidend für die Wirkung des Impfstoffes gegen SARS-CoV-2 sind die Bestandteile des Virus, gegen die der Mensch Antikörper bilden soll. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben als geeignetes Coronavirus-Bauteil das Spike-Protein auf der Oberfläche des Virus ausgewählt. Dieses Protein ist wichtig für das Eindringen des Virus in die menschliche Zelle. Die entsprechende Gensequenz, der Bauplan dieses Proteins, wurde mit der genetischen Information des MVA-Vektors kombiniert. Das entstandene Impfvirus dringt dann bei einer Impfung in die Zellen ein und synthetisiert das Spike-Protein, das vom Immunsystem als „fremd“ erkannt wird und damit die Immunantwort stimuliert. Es werden spezifische Antikörper und T-Zellen gegen das Spike-Protein gebildet, die dann eine spätere Infektion mit dem Virus wirksam bekämpfen sollen.

 

Quelle: Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

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