Entsorgte Hunde: Illegaler Welpenhandel in Hamburg fordert neue Opfer

Diese Malteser-Welpen konnten glücklicherweise rechtzeitig gerettet werden. Foto: Hamburger Tierschutzverein

Obwohl die Polizei im Dezember einen skrupellosen Welpenhändler festgenommen hat, der für unzählige tote Hundebabys und jene, die der Hamburger Tierschutzverein retten konnte, verantwortlich gewesen sein soll, geht der illegale Handel offenbar ungebremst weiter. Trotz der ganzen Aufklärungsarbeit befeuern Menschen weiterhin dieses tödliche Geschäft, sagt der Hamburger Tierschutzverein. Erst vor wenigen Tagen nahm der HTV sieben Malteser-Welpen auf, die gerade einmal vier Wochen beziehungsweise zwei Monate alt waren. Sie wurden in Hamburg-Horn wegen Verdachts auf Welpenhandel sichergestellt.

Dieser Malteser-Welpe hat seine Mutter verloren und sollte als schnelle Ware enden. Foto: Hamburger Tierschutzverein

Welpen sind für weitere Entwicklung auf Muttertier angewiesen

„Im Alter von vier Wochen brauchen die Hunde dringend ihre Mutter, die sie mit Milch versorgt. Das ist für ihre Entwicklung entscheidend“, erläutert die tierärztliche Leitung des HTV, Dr. Urte Inkmann. Stattdessen sollten die Kleinen offensichtlich als Ware enden. Die Welpen wurden im Auftrag des Veterinäramts Hamburg-Mitte und durch den polizeilichen Hundekontrolldienst (HKD) sichergestellt. Bei der Untersuchung in der tierheimeigenen Praxis des HTV sollen die sechs Jungen und ein Mädchen erfreulicherweise einen munteren Eindruck gemacht haben. Jedoch soll ihr Fell teilweise kotverschmiert gewesen sein und die Augen Ausfluss gehabt haben.

Bei den erst vier Wochen alten Welpen waren gerade einmal die Spitzen der oberen Eckzähne sichtbar. Foto: Hamburger Tierschutzverein

„Wer kauft, macht sich mitschuldig“

Bei den drei jüngsten, erst vier Wochen alten Welpen, waren gerade einmal die Spitzen der oberen Eckzähne sichtbar, die restlichen Zähne waren noch gar nicht durchgebrochen. „Wir tun alles, um ihnen Geborgenheit zu geben und wir werden nicht aufhören, die Hamburger:innen aufzuklären – wer kauft, macht sich mitschuldig“, betont HTV-Geschäftsführerin Petra Hoop. Der HTV hatte erst im Herbst seine Kapazitätsgrenzen bei der Unterbringung der Waisen erreicht – ein Ende der Welpenflut sei nicht in Sicht.

Für manche Hundebabys kommt oft leider jede Hilfe zu spät. Foto: Hamburger Tierschutzverein

Welpen erbarmungslos in Schuhkarton und Mülltonne entsorgt

​Leider könne nicht jedes Hundekind gerettet werden. In unmittelbarer Nähe des Tierheims Süderstraße wurde kürzlich ein bereits toter Welpe im Schuhkarton gefunden. Er starb an massivem Wurmbefall. Eine weitere Waise wurde beinahe zeitgleich lebendig in einer Hamburger Mülltonne entdeckt – jede Hilfe kam zu spät. Der Verdacht liegt nahe, dass die Welpen aus einem Handel stammten und entsorgt wurden.

Ein erschöpfter Hundewelpe nach der Rettung. Foto: Foto: Hamburger Tierschutzverein

Kaufen Sie keine Welpen online

Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. appelliert dringend an alle Hamburger:innen, keine Welpen online zu kaufen. „Melden Sie jeden Verdacht auf Tierschutzverstöße bei uns oder der Polizei, damit den Welpen geholfen werden kann – ein Kauf aus Mitleid hilft nicht“, betont HTV-Tierschutzberaterin Sina Hanke.

  • Wenn Sie Tierleid – auch bei Verdacht – melden möchten, können Sie das Nottelefon des HTV anrufen: 040 / 22 22 77. Bei akuter Tiermisshandlung wenden Sie sich bitte an die Polizei.
  • Wochentags zwischen 10 und 14 Uhr erreichen Sie auch die Tierschutzberatung des HTV unter der Telefonnummer 040 / 21 11 06 25 oder per E-Mail unter tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de.

So können Sie den Hamburger Tierschutzverein unterstützen

Illegaler Welpenhandel: Das miese Geschäft mit den Hunde-Babys

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