Guide Michelin 2024: Diese Restaurants in Norddeutschland wurden mit Sternen ausgezeichnet

Ein-Sterne-Koch Andre Stolle vom Restaurant „The Lisbeth“ in Hamburg. Foto: Marcus Brandt/dpa

Am Dienstag wurde die neue Ausgabe des Restaurantführers „Guide Michelin“ in Hamburg vorgestellt. Zahlreiche Restaurants in Norddeutschland haben dabei einen oder mehrere Michelin-Sterne entweder behalten oder neu verliehen bekommen.

Hamburg

In Hamburg gibt es drei neue Sterne-Küchen. Die Restaurants „Atlantic Restaurant“ an der Außenalster, „Petit Amour“ in Hamburg-Ottensen und „The Lisbeth“ in der Hamburger Altstadt können sich mit je einem Michelin-Stern schmücken. Das „Petit Amour“ ist damit nach seiner Schließung unter neuer Leitung zurück im Sterne-Kosmos.

Für „The Lisbeth“-Küchenchef André Stolle, der zuvor schon fünf Restaurants zu Sternen geführt hat, ist dieses nun das sechste, für das er einen Stern bekommt. Ein Geheimrezept habe er nicht, sagte er nach der Verleihung. „Ich koch‘ einfach. So wie ich es mal gelernt habe. Und ich habe die richtigen Leute um mich herum.“ 2004 hatte der Chefkoch den ersten Stern bekommen. Der sechste Stern nach exakt 20 Jahren fühle sich irgendwie irre an. „Als ob sich so ein Kreis schließt.“

Ansonsten ist im Gastro-Himmel alles geblieben wie schon im Vorjahr: Küchenchef Kevin Fehling und sein Team haben die drei Sterne für das Restaurant „The Table“ erneut verteidigt. Das Haus in der Hafencity bleibt damit auch die einzige Drei-Sterne-Küche in der Stadt.

Zwei Sterne haben sich erneut das „100/200 Kitchen“ an den Elbbrücken, das „Bianc“ in der Hafencity und das „Haerlin“ im Hotel „Vier Jahreszeiten“ an der Binnenalster verdient. Auch das „Lakeside“ im „Fontenay“-Hotel an der Außenalster konnte seinen erst 2023 ergatterten zweiten Stern verteidigen.

Jeweils einen Stern behielten das „Jellyfish“ in Eimsbüttel, das „Landhaus Scherrer“ an der Elbchaussee, das „Piment“ in Hoheluft-Ost, das „Zeik“ in Winterhude und das „Haebel“ in Altona-Altstadt.

Einige der Hamburger Sterne-Küchen sowie ein weiteres Restaurant können sich zudem mit einem „Grünen Stern“ für umweltbewusstes Einkaufen und Kochen schmücken. So achten das „100/200 Kitchen“, das „Haebel“, das „Landhaus Scherrer“, das „Zeik“ sowie das „Wolfs Junge“ in Hamburg-Uhlenhorst besonders auf ressourcenschonende Gastronomie. Dabei greifen sie beispielsweise vor allem auf saisonale und regionale Produkte zurück und nutzen Fleisch und Fisch aus artgerechter Tierhaltung.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein können Fans der Spitzenküche weiterhin in elf Sterne-Restaurants essen gehen. Neu in der Sterneküche ist dabei das Restaurant „Tipken’s by Nils Henkel“ aus Keitum auf Sylt. Die moderne Küche des jungen Küchenchefs hat die Inspektorinnen und Inspektoren des „Guide Michelin“ so überzeugt, dass er sich nun mit einem Stern schmücken kann. Das Restaurant „1797“ in Panker (Kreis Plön) musste seinen Stern dagegen wieder abgeben.

Bei den Zwei-Sterne-Restaurants in Schleswig-Holstein bleibt indes alles beim Alten: So konnten die „Meierei Dirk Luther“ in Glücksburg bei Flensburg, der „Söl’ring Hof“ in Rantum auf Sylt und das „Courtier“ in Wangels im Kreis Ostholstein ihre Sterne behaupten.

Einen Stern haben sich erneut „Das Grace“ in Flensburg, das „Wullenwever“ in Lübeck, das „Alt Wyk“ in Wyk auf Föhr, die Sylter Häuser „Kai3“ in Hörnum und „Bodendorf’s“ in Tinnum, das „DiVa“ in Scharbeutz und die „Orangerie“ in Timmendorfer Strand verdient. Eine Drei-Sterne-Küche gibt es in Schleswig-Holstein nach wie vor nicht.

Eine der Sterne-Küchen sowie zwei weitere Restaurants können sich zudem mit einem „Grünen Stern“ für umweltbewusstes Einkaufen und Kochen schmücken. So achten „Das Grace“, das „James Farmhouse“ in Flensburg und die „Gutsküche“ in Tangstedt (Kreis Stormarn) besonders auf ressourcenschonende Gastronomie. Dabei greifen sie beispielsweise vornehmlich auf saisonale und regionale Produkte zurück und nutzen Fleisch und Fisch aus artgerechter Tierhaltung.

Drei-Sterne-Koch Sven Elverfeld vom Restaurant „Aqua“ hält seinen Mentor Chef Award hoch. Foto: Marcus Brandt/dpa

Niedersachsen

Die niedersächsische Spitzengastronomie hat sich eine Auszeichnung zurückgeholt: Das neu gestaltete Restaurant „Hilmar“ in Aerzen (Landkreis Hameln-Pyrmont) bekam wieder einen Stern. Das nach Ansicht der Michelin-Restaurantkritiker:innen beste Speiselokal Niedersachsens bleibt auch in diesem Jahr das Wolfsburger „Aqua“ mit dem Team um Küchenchef Sven Elverfeld. Es ist derzeit das einzige Drei-Sterne-Restaurant zwischen Ems und Elbe. Elverfeld wurde auch mit dem „Mentor Chef Award“ ausgezeichnet. Elverfeld habe seit dem Jahr 2000 zahlreiche Köch:innen an seinem Erfahrungsschatz teilhaben lassen und sich damit um den gastronomischen Nachwuchs verdient gemacht, hieß es.

In der Kategorie der Zwei-Sterne-Restaurants konnten das „Jante“ und das „Votum“ – beide in der Landeshauptstadt Hannover – ihre Stellung halten. Bei den Restaurants mit einem Stern haben die Niedersachsen inzwischen die Auswahl unter acht Gaststätten: Neben dem wieder hinzugekommenen „Hilmar“ in Aerzen sind dies das „Sterneck“ in Cuxhaven, das „Handwerk“ in Hannover, der „Seesteg“ auf Norderney, das „Apicius“ in Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland) und die drei Osnabrücker Restaurants „Friedrich“, „IKO“ und „Kesselhaus“. Traurige Nachricht allerdings für die „Genießer Stube“ in Friedland bei Göttingen: Das Restaurant verlor in diesem Jahr seinen Stern.

Deutschlandweit zehn Restaurants mit drei Sternen

Die höchste Auszeichnung des „Guide Michelin“ – also drei Sterne – haben in diesem Jahr bundesweit lediglich zehn Restaurants ergattern können. 50 Gastronomien haben es auf zwei Sterne gebracht und 280 Spitzenküchen haben sich einen Stern erkocht. Für ihre nachhaltige Küche erhielten zudem 77 Restaurants einen „Grünen Stern“.

Der kleine rote Reiseführer „Guide Michelin“ erschien erstmals 1910, später wurden die ersten Sterne für gehobene Gastronomie vergeben. An deutsche Küchen wurden 1966 die ersten Michelin-Sterne verteilt.

Neben dem „Guide Michelin“ erscheint auch der Restaurantführer „Gault&Millau“ regelmäßig als wichtiger internationaler Gourmet-Ratgeber. Er vergibt Kochmützen für ausgezeichnete Kochkunst.

SAT.1 REGIONAL/dpa

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