Mitten in der Sternschanze klafft ein Jahr nach G20 eine große Lücke. Die verwüstete Filiale der Hamburger Sparkasse ist komplett abgerissen worden.  In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 haben Randalierer die Scheiben eingeschlagen und das Mobiliar im Inneren in Brand gesteckt. Über Stunden griffen Polizei und Feuerwehr während der Ausschreitungen im Schulterblatt nicht ein.

Henning Brauer, der in Sichtweite der Haspa lebt, ist immer noch wütend, dass die Anwohner auf sich alleine gestellt waren. Niels Sahling war einer von über 30.000 Polizisten im G20-Einsatz. Neben dem Schlafmangel machten ihm auch die Provokationen und Beleidigungen vieler G20-Gegner zu schaffen. Die Bereitschaftspolizei hat er kurz nach dem Gipfel verlassen. Der Vorsitzende des Stadtteilbeirats glaubt die Erklärung der Polizei nicht, dass ein Einschreiten zu gefährlich für die Beamten gewesen wäre.

Hamburgs Innensenator Grote und Polizeipräsident Meyer traten am Mittwoch zum letzten Mal vor der Sommerpause vor den G20-Sonderausschuss der Bürgerschaft, der die Geschehnisse seit über 10 Monaten aufarbeitet. Andy Grote will als Konsequenz aus G20 neue Polizeistrukturen schaffen.

Um die Straftäter zu ermitteln, hat die Hamburger Polizei die Sonderkommission „Schwarzer Block“ eingerichtet. Diese wertet riesige Mengen Bildmaterial aus und hat die größte Öffentlichkeitsfahndung in der Geschichte der Stadt eingeleitet.

Die Hamburger Sparkasse am Schulterblatt wird bis zum kommenden Jahr neu wieder aufgebaut, so dass diese Lücke bald geschlossen sein wird. Dass die Gräben zwischen linken Gruppen, Polizei, Anwohnern und Politik aber kleiner werden, ist auch ein Jahr nach G20 nicht in Sicht.

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