Forscher aus Göttingen sind Ausbreitung des Virus in Zug und Flugzeug auf der Spur

Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) wollen herausfinden, wie sich potenziell virenbeladene Tröpfchen in Zügen oder Flugzeugen ausbreiten. Dies geschieht mit Computer-Simulationen und Experimenten im Generischen Zuglabor Göttingen, in dem 24 Dummies mit Sensoren als Passagiere dienen. Ein „kranker“ Dummie stoße aus dem Mundbereich Luft mit beigemischten Tröpfchen sowie ein Spurengas aus, teilte das DLR mit. Highspeed-Kameras und Gassensoren verfolgen die Verbreitung der Teilchen in der Kabine. Partikel und deren Konzentration werden auf diese Weise an verschiedenen Stellen im Raum erfasst.

Derzeit wird in Göttingen zudem ein neues Flugzeuglabor eingerichtet, in dem ebenfalls Experimente stattfinden sollen. Dort müsse noch die Belüftungstechnik eingebaut werden, sagte ein DLR-Sprecher am Donnerstag. Das DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik befasste sich bisher vor allem mit der Kabinenklimatisierung von Flugzeugen und Zügen – im Zentrum stand der Energiebedarf und der Komfort der Passagiere. Jetzt ist ihr Schutz in den Fokus gerückt.

Dabei geht es lediglich um die Verbreitung von physikalischen Teilchen, die mit Viren belasteten Tröpfchen sowie Aerosolen entsprechen. Es könnten keine Aussagen darüber getroffen werden, wie infektiös diese Teilchen sind und welche Wirkung Luftfilter haben, hieß es.

Der Vorstand für Energie und Verkehr im DLR, Karsten Lemmer, sagte: „Unsere Studie zur Mobilität in Corona-Zeiten hat ergeben, dass viele Menschen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln unwohler fühlen als früher. Dieses Verhalten dämpft die Verkehrswende, die den öffentlichen Nahverkehr stärken will.“ Die neue Forschung könne Sachlichkeit in diese Debatte bringen.

mit dpa

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