
Nadeln in Halloween-Süßigkeiten: Immer mehr Fälle bekannt
3. November 2026
Nach Halloween meldet die Polizei immer mehr Fälle von Nadeln, Nägeln und anderen Metallgegenständen in gesammelten Süßigkeiten.
Im niedersächsischen Bremervörde verletzte sich eine Neunjährige an einer fünf Zentimeter langen Stecknadel in einem Schokoriegel an der Zunge. Andere Kinder blieben - teils trotz Bisses in präparierte Süßigkeiten - unverletzt.
Vielerorts gehen die Beamten davon aus, dass die Süßigkeiten absichtlich manipuliert wurden - und ermitteln wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Die Polizei warnt vor dem Verzehr verdächtiger Süßwaren und ruft Eltern zur Kontrolle der Halloween-Ausbeute auf. Hintergründe und mögliche Zusammenhänge der Taten sind bislang unklar.
Fälle im ganzen Bundesgebiet
In zahlreichen Bundesländern wurden Polizeiberichten zufolge Süßigkeiten mit Nadeln, Nägeln, Schrauben und anderen Metallteilen manipuliert. Betroffen sind Schokoriegel, Kaubonbons, Weingummi und Waffelschnitten. Fälle wurden in allen Bundesländern außer im Saarland gemeldet. Auch in Österreich wurden Funde öffentlich.
Eine Neunjährige aus Hannover fand in drei einzeln verpackten Süßigkeiten - einem Schokoriegel und zwei Kaubonbons - jeweils eine Nähnadel. In Essen bemerkte ein Vater verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels, den sein 13-jähriger Sohn bekommen hatte. Er entdeckte eine spitze Nadel.
Nähnadel in Schokoriegel in Garbsen
In Garbsen bei Hannover meldete eine Frau eine Nähnadel in einem Schokoriegel, den sie nach eigenen Angaben am Freitag beim Lebensmittel-Discounter Lidl gekauft hatte. Auch hier sind die Hintergründe unklar. Der Konzern bestätigte den Vorfall - und steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit den Ermittlungsbehörden und seinem Lieferanten. "Wir nehmen den Hinweis sehr ernst", teilte das Unternehmen auf Anfrage der dpa mit. Man wolle zur lückenlosen Aufklärung beitragen.
Auf Fehmarn entdeckte eine Elfjährige noch während ihrer Halloween-Tour eine Nähnadel, als sie einen Schokoriegel in zwei Teile brach. Außerdem klagte eine der beiden Elfjährigen über Übelkeit und Bauchschmerzen, nachdem sie seltsam schmeckende Weingummis probiert hatte. Die andere berichtete von Kopfschmerzen.
Hamburg: Nadel in Riegel
In Hamburg erhielt eine 13-Jährige, die mit einer Freundin unterwegs war, um Süßigkeiten zu sammeln, nach Polizeiangaben von zwei verkleideten mutmaßlichen Jugendliche einen Schokoriegel. Auffällig sei gewesen, dass die beiden Verkleideten dabei "hämisch" gelacht hätten, teilte die Polizei mit. Als das Mädchen den Riegel am Sonntag ausgepackt habe, habe sie erkannt, dass dieser eine Nadel enthielt.
Ob zwischen den ganzen Fällen in unterschiedlichen Regionen ein Zusammenhang besteht, ist nicht geklärt. Die Herkunft einzelner Süßigkeiten lässt sich nur schwer rekonstruieren.
Social Media Trend?
Auch in früheren Jahren gab es ähnliche Funde. 2025 entdeckte etwa eine Mutter in Mittelfranken einen zwei Zentimeter langen Nagel in einer Süßigkeit ihrer Tochter. Die aktuelle Häufung von Fällen im Bundesgebiet ist aber sehr auffällig. Inwieweit etwa ein Trend in sozialen Medien dahinterstehen könnte, ist unklar.
Das Bundeskriminalamt (BKA) teilte mit, das Phänomen der manipulierten Süßigkeiten sei ihm grundsätzlich bekannt. Eine gesonderte Erfassung entsprechender Fälle erfolge jedoch weder im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik noch durch das BKA. Ermittlungsverfahren würden bei den Polizeibehörden der Länder geführt.
Kontrollieren und mögliche Spuren erhalten
Eltern sollten gesammelte Süßigkeiten vor dem Essen sorgfältig prüfen, rät die Polizei. Warnzeichen sind Einstichstellen, beschädigte Verpackungen oder ein ungewöhnlicher Geruch. Verdächtige Süßigkeiten sollten samt Verpackung aufbewahrt und der Polizei gemeldet werden. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine Nadel verschluckt hat, ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich: Spitze Gegenstände können schwere innere Verletzungen verursachen.
SAT.1 REGIONAL/dpa
