Hamburg: Anime-Figuren auf der Bühne, Barockoper im Kino
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Hamburg: Anime-Figuren auf der Bühne, Barockoper im Kino

6. November 2026


Hamburg (dpa/lno) -

Ob klassischer, von Hand entstandener Zeichentrick, digital gestützte Animation von Trickfilmen oder auch die Schaffung virtueller Räume und Realitäten - es gibt viele Möglichkeiten, Bilder zum Leben zu erwecken und künstliche Welten entstehen zu lassen. Doch was hat das mit dem traditionellen Kulturgut Oper zu tun? Dieser Frage geht am Wochenende (6. bis 8. November) in Hamburg unter dem Titel «Opera & Animation» ein Festival nicht nur für Anime-Fans nach, zu dem die dortige Staatsoper gemeinsam mit VRHAM! - der Biennale für immersive und digitale Kunst in Hamburg - einlädt.

Die spielerische Seite der Oper

Dabei soll laut Ankündigung des Musiktheaters «Animation auf Oper, Film und digitale Installationen» treffen. Drei Premieren stehen auf dem Programm - sowie Einführungen, Premierenpartys, eine interaktive Installation mit VRHAM! und ein Workshop. Zur Eröffnung sprechen heute unter anderem Hamburgs Senator für Kultur und Medien Carsten Brosda (SPD) und Staatsopern-Intendant Tobias Kratzer. Veranstaltungsorte sind das Opernhaus, dessen opera stabile sowie das benachbarte Metropolis-Kino, in dem am Sonnabend von 13.00 bis 20.00 Uhr auch bekannte Animationsfilme laufen. 

Kratzer erklärt einer Pressemitteilung: «Nach unserem konzentrierten "Macbeth" zum Saisonstart zeigen wir mit unserem Festival "Opera And Animation" nun die spielerische Seite der Oper». Und der Chef des Hauses verspricht: «So entsteht ein Festival, das Oper aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und zugleich fragt, wie Musiktheater heute erzählt und erlebt werden kann».

Blick zurück auf die Trickfilm-Pionierin Lotte Reiniger

Ein Thema dabei ist der Blick auf die Animationsfilm-Pionierin Lotte Reiniger (1899-1981), die mit ihren Kurzfilmen «Carmen» (1933) und «Papageno» (1935) auch zwei Opernparodien geschaffen hat. Die beiden Kinowerke werden am Abend ab 18.00 Uhr von Christian Seibold, Klarinettist des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, begleitet. Und nach einer Einführung in der opera stabile ist dort ab 20.00 Uhr Henry Purcells Barockoper «Dido And Aeneas» von 1688/89 in einer besonderen Form zu erleben.

Der Regisseur Nils Voges - Teil des Künstlerkollektivs sputnic - verwandelt das Werk, inspiriert von Reinigers Filmen, dabei laut Ankündigung erstmals in ein «Live Animation Cinema». Während auf der Leinwand ein animierter Film entsteht, kann das Publikum beobachten, wie der Film produziert wird - die Herstellung der Bilder wird zum Teil der Aufführung. Erzählt wird die mythologische Geschichte der Liebenden Dido und Aeneas - ein Drama über Liebe und Verrat, Verlust und die Frage, was nach dem Ende einer großen Liebe bleibt.

Musik zu «Dornröschen» auch von Madonna

Am Sonnabend stehen die digitalen Möglichkeiten der Animation im Mittelpunkt. Das international arbeitende Künstlerkollektiv «1927» verbindet in Igor Strawinskys «Petruschka» und Maurice Ravels «L'enfant et les sortilèges» digitale Bildwelten mit Live-Performance. Die Premiere beginnt um 19.00 Uhr im Großen Haus. Das Werk ist eine Übernahme der Koproduktion der Komischen Oper Berlin und der Deutschen Oper am Rhein.

Zum Abschluss des Festivals am Sonntag wird Engelbert Humperdincks Märchenoper «Dornröschen» neu entdeckt. In der multimedialen Inszenierung von Anna Bergmann - Premiere um 18.00 Uhr auf der Großen Bühne - verbinden sich romantische Oper, Animation, Video, Schauspiel und Tanz zu einer fantastischen Märchenwelt. 

Die musikalische Fassung von Markus Poschner und Anna Bergmann erweitert Humperdincks Klänge um Werke von Weber, Gounod, Wagner, Tschaikowsky und Prokofjew sowie Songs der Spice Girls, von Madonna und Cher. Bei alledem verspricht die Pressemitteilung «eine heutige Geschichte über Fantasie, Freiheit und Selbstbestimmung.»

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Quelle: dpa