
Halteverbot vor Privathaus: Ermittlungen gegen Bürgermeister
30. Oktober 2026
Schortens (dpa/lni) -
Weil er ein Halteverbot vor seinem Privathaus einrichten ließ, ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen den Bürgermeister von Schortens, Gerhard Böhling (parteilos). Die Anklagebehörde sieht einen Anfangsverdacht der Untreue. Die Ermittlungen seien in einem frühen Stadium und der Beschuldigte bisher nicht zu dem Vorwurf gehört worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gelte die Unschuldsvermutung.
Zuvor waren bei der Staatsanwaltschaft zwei Anzeigen gegen Böhling eingegangen. Mehrere Medien berichteten darüber. Böhling teilte auf dpa-Anfrage mit: «Mit Blick auf die laufenden Prüfungen und das anhängige Verfahren werde ich mich nicht weiter zu dem Sachverhalt äußern. Ich bitte um Verständnis.»
Bürgermeister reumütig
Der «Nordwest-Zeitung» (NWZ) hatte Böhling sein Vorgehen zuvor erklärt: «Ich hatte immer wieder das Problem, dass Autos vor meiner Einfahrt standen und ich mit meinem Wagen nur schwer rausgekommen bin», sagte der Rathauschef der Zeitung. Dadurch sei es zu Schwierigkeiten gekommen, rechtzeitig zu dienstlichen Terminen zu gelangen.
Daraufhin habe er die entsprechende Verkehrsregelung vor seinem Haus veranlasst und Halteverbotsschilder aufstellen lassen. «Heute weiß ich, dass ich dabei anders hätte vorgehen müssen. Gerade weil ich Bürgermeister bin, hätte ich das besonders sorgfältig prüfen und anders lösen müssen. Das tut mir leid», sagte Böhling der NWZ weiter.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte das Verfahren zunächst zur Prüfung an die Zentralstelle für Korruptionsstraftaten bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück gegeben. Dort lehnte man eine Übernahme ab, ein Anfangsverdacht wegen Vorteilsnahme im Amt sah die Behörde in Osnabrück nicht. Daher wurde das Verfahren zurück nach Oldenburg gegeben, dort wird nun ermittelt.
© dpa-infocom, dpa:261030-930-918898/1
Quelle: dpa
