Am Dienstag hat die Versteigerung der Frequenzen für die nächste Mobilfunkgeneration 5G begonnen. Vier große Mobilfunkbetreiber nehmen an der Auktion teil – es geht um Milliarden. Doch mit den steigenden Datenübertragungsmengen steigt auch die Sorge um die Strahlung, die von zusätzlichen Mobilfunkmasten und von Handys ausgeht.

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg hat Antworten auf einige wichtige Fragen zum Thema gegeben:

Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat die Handystrahlung? Muss sich ein Nutzer Sorgen machen?

Im Bereich des Mobilfunks werden hochfrequente elektromagnetische Felder (kurz: HF-Felder) eingesetzt, um Informationen (z. B. ein Telefongespräch) zu übertragen. HF-Felder bilden einen Teil des elektromagnetischen Spektrums, genauso wie beispielsweise das für uns sichtbare Licht. Ab einer gewissen Intensität führen HF-Felder zur Erwärmung der Körperteile, die sie durchdringen (thermische Wirkung). Genauer gesagt wird die Energie der HF-Felder durch die Wechselwirkung mit dem Gewebe in Wärme umgewandelt. Der Körper kann diese zugeführte Wärme durch Thermoregulation in gewissem Umfang ausgleichen, z. B. durch verstärkte Durchblutung oder Schwitzen. Die Exposition durch HF-Felder von alltäglichen technischen Anwendungen ist so gering, dass die verursachten Temperaturerhöhungen so unwesentlich sind, dass nach derzeitigem Stand der Wissenschaft negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nicht nachweisbar sind. Das bedeutet, dass insbesondere unterhalb der einzuhaltenden Grenzwerte, gesundheitliche Wirkungen nicht auftreten.

Einschränkend ist jedoch anzumerken, dass aufgrund der relativ kurzen Zeit der Nutzung der Mobilfunktechnologien durch einen breiten Teil der Bevölkerung die Langzeitwirkungen noch nicht bekannt sind und weiter untersucht werden müssen.  Des Weiteren ist für den neuen Mobilfunkstandard 5G die Nutzung zusätzlicher Frequenzbänder im Zenti- und Millimeterwellenlängenbereich vorgesehen, für die bisher nur wenige Forschungsergebnisse vorliegen, so dass auch hier weiterer Forschungsbedarf besteht. Um den Bedarf steigender Datenübertragungsmengen zu ermöglichen, werden zukünftig generell mehr Sendeanlagen erwartet. In welchem Ausmaß sich dies auf die Exposition Bevölkerung auswirken wird, kann derzeit nicht benannt werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms zu den bisher genutzten Frequenzen als wahrscheinlich auf die 5G-Frequenzen übertragbar an. Verbrauchern ist weiterhin zu empfehlen, auf die SAR-Werte bei den Mobilfunkgeräten zu achten und strahlungsärmere Geräte mit niedrigen Werten zu verwenden.

Wie kann man sich als Nutzer ggf. gegen Handystrahlung schützen?

Die Exposition durch Mobilfunk-Basisstationen (sog. Mobilfunkantennen) ist deutlich geringer als durch die Handynutzung selbst. Die Verbraucherin und der Verbraucher können daher vor allem bei der Nutzung der Geräte auf bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen achten, um die Exposition so gering wie möglich zu halten.

Aufgrund bestimmter Vorschriften müssen auf dem Markt erhältliche Geräte so konstruiert sein, dass international empfohlene Höchstwerte für die Energieaufnahme im menschlichen Körper aus HF-Feldern während des Betriebs eingehalten werden. Als Beurteilungsgrundlage dient die sogenannte Spezifische Absorptionsrate (SAR), welche die absorbierte Hochfrequenzenergie pro Zeiteinheit und Gewebemasse (in Watt pro Kilogramm) beschreibt. Dieser Wert sollte stets unterhalb von 2 Watt pro Kilogramm liegen. Das Bundesamt für Strahlenschutz ermittelt regelmäßig die SAR-Werte der in Deutschland erhältlichen Handys und bietet auf der folgenden Website eine entsprechende Übersicht an: http://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/schutz/vorsorge/sar-handy.html

Darüber hinaus kann die Exposition durch Nutzung von Freisprecheinrichtungen weiter verringert werden, denn die Intensität der HF-Felder nimmt mit dem Abstand schnell ab.  Es wird außerdem empfohlen, möglichst nicht bei schlechtem Empfang zu telefonieren, da dann das Handy mit höherer Leistung senden muss.

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