Forscherin aus Oldenburg entwickelt App für Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche

Thema am 30.01.2018
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Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind eine Lese- und Rechtschreibschwäche hat, dann ist das häufig erst einmal ein Schock. Dabei gibt es Therapien, um eine solche Legasthenie auszugleichen. Und je früher die Schwäche erkannt wird, desto besser. Genau da setzt eine Forscherin aus Oldenburg an. Sie arbeitet an einer App, mit der Legasthenie früher erkannt werden soll. In der App müssen die Kinder Symbole und Melodien wiedererkennen und entsprechend zuordnen. Denn genau hierbei haben Kinder, die von einer Legasthenie betroffen sind, Schwierigkeiten.

Die Entwicklung der App ist die Doktorarbeit von Maria Rauschenberger. Die gebürtige Oldenburgerin hat einen Master in Medientechnik und einen ganz besonderen Grund, sich diesem Thema zu widmen. Die 31-Jährige ist nämlich selbst Legasthenikerin. Weil Rechtschreibfehler am Anfang bei vielen Kindern vorkommen, wird eine richtige Lese- und Rechtschreibschwäche häufig erst in der vierten oder fünften Klasse erkannt. Mit der App soll das schon bei Dreijährigen gelingen.

Schätzungen zufolge haben fünf bis zehn Prozent aller Kinder in Deutschland eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand, denn viele Eltern verschweigen diese Schwäche lieber aus Scham oder weil sie befürchten, dass ihr Kind als dumm abgestempelt wird. Dabei muss das gar nicht so sein und die Schwäche kann mit der entsprechenden Förderung behoben werden.

Noch ist die App in der Probephase und es wird einige Jahre dauern, bis die Forschung und Entwicklung der App abgeschlossen ist. Dann würde Maria Rauschenberger ihre App gerne kostenlos allen Schulen zur Verfügung stellen.

Aktuell sucht Maria Rauschenberger noch weiter nach Schülerinnen und Schüler als Probanden.

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