Zu wenig Zucker: Hamburger „Lemonaid“ soll nicht mehr Limo heißen dürfen

Die Hamburger Lemonaid Limette soll nicht mehr „Limonade“ heißen dürfen. Foto: Lemonaid Beverages

Es sind fast schon skurrile Nachrichten, die am Mittwoch die Runde machten – und alles dreht sich um Zucker. Während Ernährungsministerin Julia Klöckner den Ernährungsreport 2019 vorstellte und klarmachte, dass sie die Reduzierung von Zucker in Fertiggerichten und Getränken weiter voranbringen will, ereilt das Hamburger Unternehmen Lemonaid Beverages folgende Nachricht: Ihre Limo sei nicht süß genug und ihre „Lemonaid Limette“ solle demnach auch nicht mehr „Limonade“ heißen dürfen. Das berichtet das Unternehmen online auf seinem Blog.

In den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist genau festgelegt, was sich Limonade nennen darf und was offenbar nicht. So müssen diese offenbar „einen Gesamtzuckergehalt von mindestens 7 Gewichtsprozent“ aufweisen. Bei der Lemonaid Limette sind es laut Herstellerangaben allerdings 6 Prozent und das ergab auch eine Probe, die das Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt erhalten habe. Das Amt hat den Limo-Hersteller abgemahnt und sagt: „Sofern die Rezeptur der Probe unverändert bleibt, kann folglich für die Probe ausschließlich eine beschreibende Bezeichnung angegeben werden. Die Bezeichnung als ‚Limonade‘ ist nicht möglich.“

Ein „echter Zuckerschock“ für die Hamburger Firma! „Es ist schon ironisch, dass alle davon sprechen, Lebensmittel und Getränke mit weniger Zucker herzustellen, wir das schon tun und nun unserem Produkt mehr Zucker zusetzen sollen, damit wir es weiterhin als Limonade verkaufen können“, so Gründer Felix Langguth. Auch Gründer Paul Bethke findet die Abmahnung „grotesk“ und sagt weiter: „Wir bieten seit fast zehn Jahren Limonade wie hausgemacht an. Wenn die Verbraucher die nicht süß genug finden würden, wäre dies sicher mittlerweile bei uns angekommen.“

Eine Umbenennung der Bio-Limo in „Erfrischungsgetränk“ sei für Bethke keine Option. Aktuell finden laut Unternehmen noch Gespräche mit dem Fachamt statt, doch die Forderung ist klar: „Seid so süß und ändert die Richtlinie. Natürliche Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden – sondern der Normalfall sein.“

> Zum Blog der Hamburger Firma Lemonaid Beverages

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