Zu Weihnachten spenden? Ideen und Tipps, um Menschen im Norden und weltweit zu unterstützen

Manche Kinder können die Weihnachtszeit nicht wirklich genießen. Deswegen sind sie auf Spenden angewiesen. Foto: David Vogt

Selten hat man sich wohl den Jahreswechsel und die besinnliche Weihnachtszeit so sehr herbeigewünscht wie in diesem Jahr. Auch in Norddeutschland können sich Familien in kleinem Rahmen trotz Corona treffen, das Fest gemeinsam verbringen und sich beschenken. Weihnachten ohne Geschenke, das wäre für viele wie  Zimtsterne ohne Zimt. Aber müssen Geschenke denn immer Geld kosten und materiell sein?

Viele Menschen, die das Fest alleine verbringen müssen, sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Es ist Zeit, Gutes zu tun – und zwar nicht nur für Familie und Freude, sondern auch für diejenigen, die es im Corona-Jahr besonders hart getroffen hat. Es gibt viele Organisationen, Vereine und Aktionen, die vor allem an Weihnachten dazu aufrufen, zu spenden. Auch in Norddeutschland gibt es viele Möglichkeiten. Hier eine kleine Auswahl.

Weihnachtsaktionen

Aktion „Schreib deine Weihnachtskarte für Alleinerziehende und Alleinstehende“ an der Neustadt Bude in Hamburg.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von FestderLiebe (@festderliebe)

Auf dem Hamburger Grossneumarkt, an der Neustadt Bude, kann jeder eine Weihnachtskarte gestalten, die in die Weihnachtspäckchen kommt und an Heiligabend an Alleinerziehende und Alleinstehende verschickt wird.

Nächsten Samstag 12.12.2017 und 19.12.2020 von 10-13:30 Uhr steht Nussin Armbrust wieder am Grossneumarkt und freut sich über bunte Karten. „Man muss sich einfach vorstellen, dass dieses Jahr generell für viele nicht einfach war und besonders der Heiligabend dann einsam werden kann – wenn man alleine ist und sich vielleicht finanziell kaum etwas leisten kann. Umso schöner ist es doch, ein Weihnachtspäckchen zu erhalten, in dem ein paar liebe Worte oder ein schönes Bild beiliegen. Und natürlich werde ich im Paket auch schöne Geschenke für die Alleinerziehenden und Alleinstehenden haben“. Schon im letzten Jahr organisierte sie das „Fest der Liebe“ für Alleinstehende.

Weihnachtstrucker-Päckchen

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein von @johanniter_weihnachtstrucker geteilter Beitrag

Die Johanniter sind mit der Aktion Weihnachtstrucker seit 1993 aktiv. Ihr Herzstück: Menschen in Deutschland packen Hilfspakete mit dringend benötigten Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln und einem kleinen Kinderspielzeug für notleidende und bedürftige Kinder, Familien, alte Menschen und Menschen mit Behinderung in Osteuropa. Zwischen Weihnachten und Silvester werden die Pakete von freiwilligen Fahrern ehrenamtlich nach Albanien, Bosnien, Rumänien, in die Ukraine sowie nach Bulgarien gebracht und dort überwiegend persönlich übergeben. Hier können Sie ganz einfach mitmachen!

Online-Adventsmarkt in der Walzenmühle Flensburg

Facebook

Durch das Laden des Inhalts akzeptieren Sie die Datenschutzbestimmungen von Facebook.
Mehr anzeigen

Inhalt anzeigen

Der Adventsmarkt findet in diesem Jahr erstmalig online statt. Elf Service-Clubs beteiligen sich an der Aktion und möchten so Familien und Kindern aus Brennpunkten helfen. Denn wegen der Corona-Pandemie sind zahlreiche Spenden weggefallen. Bei dem virtuellen Adventsmarkt können Bücher, Selbstgemachtes oder Schmuck erworben werden. Der Erlös geht dann an soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel die Flensburger Schutzengel.

Menschen helfen Menschen

Viele Menschen leben auf der Straße und sind vor allem in den kalten Monaten auf die Hilfe anderer angewiesen. Symbolfoto: Jonathan Rados

Im Winter sind zahlreiche Wohnungslose auf Unterstützungen und Spenden angewiesen. Es gibt zahlreiche Aktionen und Vereine, die den betroffenen Menschen über diese harte Zeit hinweg helfen.

  • Hilfspunkt e.V. ist ein gemeinnütziger/mildtätiger Verein, der seit 20 Jahren einen Beitrag zur Linderung der Armut leistet. Hilfspunkt versorgt an neun Standorten (davon drei Treffpunkte in der City) Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger, psychisch und körperlich Kranke, Rentner, Haftentlassene und Einsame. Die Aufwendungen des Vereins werden aus Spenden finanziert; die Arbeit von engagierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern verrichtet.
  • Der Förderverein Winternotprogramm für Obdachlose e.V., 2007 gegründet von Hamburgerinnen und Hamburgern, versorgt die Obdachlosen während des Winternotprogramms an allen Tagen der Woche mit einem Abendbrot – oft die erste Mahlzeit des Tages. Diese Mahlzeiten werden zu einem großen Teil aus Lebensmittelspenden der Hamburger Tafel zubereitet, was jedoch nie ausreichend ist. Nur durch weitere Spenden von Privaten, sowie des Hamburger Spendenparlaments ist die Versorgung für rund 800 Menschen täglich gewährleistet.
  • Die Alimaus ist eine Tagesstätte für Obdachlose und Bedürftige auf St. Pauli. Zweimal am Tag wird eine Mahlzeit zubereitet, Bedürftige können duschen, sich mit Kleidung versorgen und sich aufwärmen. Außerdem wird medizinische Versorgung und Beratung angeboten. Eine Mitarbeit ist in den folgenden Bereichen möglich: Küche – Zubereitung der Mahlzeiten und Ausgabe an die Gäste, Fahrdienst – Abholung von Lebensmittelspenden, Kleiderkammer – Sortieren und Ausgabe von Kleidung.
  • Krankenmobil: Krankenpflegekräfte und ehrenamtliche Ärzte sind auf den Straßen Hamburgs unterwegs, um kranken und obdachlosen Menschen eine ambulante medizinische Versorgung anzubieten. Das Team fährt mit einer rollenden Arztpraxis wochentags Treffpunkte und Einrichtungen der Obdachlosenhilfe an.
  • Zahnmobil: Seit 2008 ist der Hamburger Caritasverband mit der bundesweit ersten rollenden Zahnarztpraxis für sozial benachteiligte Menschen in der Stadt unterwegs. Das Team des Zahnmobils besteht aus ehrenamtlichen Zahnärztinnen und -ärzten, einer Zahnarzthelferin und einem Fahrer.
  • Der Mitternachtsbus der Diakonie Hamburg fährt jeden Abend durch die Innenstadt zu den Schlafplätzen obdachloser Menschen. An Bord haben die ehrenamtlichen Mitarbeitenden heiße Getränke, Brötchen, Decken und Isomatten. Vor allem aber bringen sie menschliche Anteilnahme und die Botschaft: „Ihr seid uns nicht egal!“ Das Projekt ist zu 100 Prozent aus Spenden finanziert.
  • Die Tafel Deutschland hilft jährlich zahlreichen Menschen in Not. Von Armut betroffene Menschen erhalten hier Lebensmittel und Hilfe. Sie finden die Tafel auch bei Ihnen im Ort. Außerdem können Sie sich auch durch eine finanzielle Hilfe mit einbringen.

Spenden bei Hanseatic Help

Facebook

Durch das Laden des Inhalts akzeptieren Sie die Datenschutzbestimmungen von Facebook.
Mehr anzeigen

Inhalt anzeigen


Hanseatic Help entstand aus einer Initiative, die die provisorische Unterbringung von Geflüchteten im August 2015 organisierten. Da Geflüchtete und Obdachlose auch heute noch notleiden, wurde Hanseatic Help ins Leben gerufen. Die Belieferung an gemeinnützige Träger und Unternehmen gehört zu den Kernkompetenzen der Organisation. Wer ehrenamtlich oder mit einer kleinen Spende helfen möchte, schaut mal hier.

Mobile Bullysuppenküche e.V.

„Die Bullylady und ihr Bullyhänger“ sind auf den Straßen Hamburgs bereits bekannt und versorgen obdachlose Menschen mit heißen Suppen, Kleidung oder Decken. Das Team wechselt immer wieder die Location und nimmt Spenden in aller Form an. Hier kommen Sie ganz einfach zum Spendenaufruf.

Kinder auf der ganzen Welt unterstützen

Visions for Children e.V. ist ein gemeinnützig eingetragener Verein aus Hamburg. Foto: Visions for Children

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um auch den Kleinen in diesen Tagen eine Freude zu machen. Vor allem Kinder, die erkrankt sind oder aus prekären Verhältnissen kommen, benötigen Unterstützung.

  • Der gemeinützige Verein Visions for Children e.V kommt aus Hamburg und versucht die Lern­bedingungen und Bildungsqualität an Schulen in Krisen- und Kriegsgebieten zu verbessern. Dazu werden Schulgebäude ausgebaut, Sanitärräume eingerichtet, Klassenzimmer mit grundlegendem Inventar und Schüler bzw. Lehrer mit notwendigen Materialien ausgestattet. Hier können Sie direkt spenden und helfen.
  • Der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein beteiligt sich an vielen bunten Projekten in der Region. So unterstützen sie zum Beispiel die Kinder- und Jugendtelefone und Elterntelefone oder setzen sich gegen Kinderarmut ein.
  • Der Verein Kinderhospiz Löwenherz e.V. wurde im Mai 1998 ins Leben gerufen. Er hat inzwischen rund 2.000 Mitglieder. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Finanzierung der stationären und ambulanten Kinder- und Jugendhospizarbeit sicherzustellen. Auch hier freut man sich über jede Form der Unterstützung. Hier können Sie auch ganz einfach online spenden.
  • Die „Aktion Kindertraum“ erfüllt bundesweit Wünsche für Kinder, die von einer schweren Krankheit betroffen sind, die einen Unfall hatten oder auf andere Weise in eine Notsituation geraten sind. „Aktion Kindertraum“ ist die Hilfsorganisation für Kinder und Geschwister schwer erkrankter Kinder, die Zuwendung und Aufmerksamkeit in besonderen oder schwierigen Lebenssituationen benötigen. Hier wird den Familien kein Geld gegeben, sondern die Wunscherfüllung bis in Detail organisiert und umgesetzt. 

Senioren durch die Krise helfen

Während der Corona-Pandemie zählen vor allem die Senior:innen zu der besonders gebeutelten Gruppe. Denn viele müssen derzeit in Isolation leben oder dürfen ihre Familien nicht sehen. Auch hier gibt es Möglichkeiten, um zur Weihnachtszeit ein wenig Liebe zu überbringen.

Ollinklusive gegen Altersarmut

Facebook

Durch das Laden des Inhalts akzeptieren Sie die Datenschutzbestimmungen von Facebook.
Mehr anzeigen

Inhalt anzeigen

Das gemeinnützige Unternehmen aus Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Senior:innen eine bunte Abwechslung in einem tristen Alltag zu schaffen. Hier werden Jung und Alt zusammengebracht, um einen Dialog zu schaffen und den Älteren einen Freude zu machen. Mit verschiedenen Aktionen, wie einem Podcast oder einem Bewegungsseminar versucht die Gruppe, die Menschen vor allem während der Isolation wieder zu erfreuen. Hier können Sie sich beteiligen oder auch eine Spende hinterlassen.

Viele Betrüger unterwegs: Das sollte man beim Spenden beachten

Auch beim Spenden sollte man sich vorerst umfassend informieren. Foto: Pexels

Gerade zur Weihnachtszeit kommen viele auf die Idee, zu spenden. Das wissen auch Betrüger:innen und versuchen mit Tricks an das gut gemeinte Geld zu kommen. Doch es gibt ein paar Dinge die Sie beachten können, um nicht auf die Fake-Angebote hereinzufallen.

Tipp 1: Hat die Hilfsorganisation ein Spendensiegel?

Spendenorganisationen können sich freiwillig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, kurz DZI, überprüfen lassen. Das DZI prüft dabei genau, für was die Organisationen die Spenden nutzen und wie hoch der Anteil der Verwaltungs- und Werbekosten ist. Dann vergibt es den Organisationen ein Spendensiegel. Genaue Informationen über bestimmte Spendenorganisationen können Sie auf der Seite des DZI nachlesen.

Neben der DZI gibt es auch das Europäische Spendensiegel. Auch bei diesem Verein werden Organisationen nach bestimmten Kriterien überprüft. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Europäischen Spendensiegels. Nicht jede Spendenorganisation besitzt ein solches Prüfsiegel. Das muss aber nicht heißen, dass sie unseriös ist.

Tipp 2: Welche Arbeit verfolgt die Organisation?

Seriöse Organisationen verfassen einen jährlichen Geschäftsbericht. Den solltet Sie sich durchlesen. Dort können Sie nachlesen, wofür die gespendeten Gelder oder die Mitgliedsbeiträge eingesetzt wurden. Seriöse Sammler senden ihn auf Anfrage zu.

Tipp 3: Website richtig checken

Schauen Sie sich die Internetseite der Spendenorganisation genau an. Nicht alle Internetseiten, die seriös wirken, sind es auch. Über das Impressum kann man ganz leicht herausfinden, wer dahinter steckt. Im Zweifelsfall kann man auch einen Jahresbericht anfordern.

Tipp 4: Achtung bei Spendenbüchsen!

Ob Spendensammler auf der Straße oder an der Haustür, ob Aufruf per Brief, in Internetportalen oder via Social-Media-Kanälen: Immer ist es ratsam, sich vor einer Spende über die jeweilige Organisation eingehend zu informieren.

Tipp 5: Wofür werden die Mitgliedsbeiträge ausgegeben?

Informieren Sie sich auch hier ganz genau, für was die Mitgliedsbeiträge ausgegeben werden. Nach Angaben der Bundesverbraucherzentrale wird das Geld aus den Fördermitgliedschaften öfter für Werbung und die Verwaltung ausgegeben und weniger für den guten Zweck. Außerdem bindet Sie sich mit einer Mitgliedschaft langfristig an die Spendenorganisation. Deswegen sollten sich vorher ausgiebig informieren, inwieweit die Beiträge verteilt werden.

 

Marit Langschwager

Copy LinkCopy LinkShare on MessengerShare on Messenger
Zur Startseite