Zeugen gesucht: Hündin abgemagert ausgesetzt

Abgemagerte Hündin Kira. Foto: Hamburger Tierschutzverein 1841 e.v.

Am Mittwoch, den 12. Dezember 2018, wurde eine Hündin vor dem Tierheim Süderstraße in Hamburg entdeckt. Sie war angeleint, stark abgemagert und unterkühlt – konnte kaum mehr laufen. Auf einem Zettel stand: „Sie heißt Kira. Bitte kümmert euch um sie!“ Die Finder berichteten, sie hätten am Eingang zwei Frauen und einen Mann beobachtet, die mit einem dunklen Auto vor Ort gewesen seien. Die Personen hätten eine blaue Ikea-Tasche aus dem Kofferraum geholt – in der offenbar die geschwächte Boxer-Mischlingshündin transportiert wurde.

Anonymer Zettel. Foto: Hamburger Tierschutzverein 1841 e.v.

Kira ist so unterernährt, dass alle Rippen hervortreten. Der Nachtdienst des Hamburger Tierschutzvereins nahm die Hündin sofort in seine Obhut. Aufgrund ihres schlechten Zustands wurde die Hündin noch in der Nacht von einem unserer Tierrettungsfahrer in eine Tierklinik gebracht. Der Verdacht: Sie könnte unter einer chronischen Darmerkrankung leiden.

Bei Kira wurde eine unbehandelte Lebensmittelunverträglichkeit diagnostiziert, die zu einer chronischen Darmerkrankung führte. Darüber hinaus weist die Hündin Zeichen von Vernachlässigung auf wie zum Beispiel lange Krallen, gerötete Haut, stumpfes und glanzloses Fell. Kira ist gechippt und beim Haustierregister Tasso gemeldet. Die Tierschutzberatung ging der Spur nach und fuhr zur registrierten Adresse. Ein Klingelschild mit dem Namen war nicht zu finden. Nachbarn gaben aber hilfreiche Auskunft: Die mutmaßliche Halterin habe bis vor rund einem Jahr dort gewohnt. Weitere Hinweise aus dem Umfeld führten zu einer neuen Adresse und der gesuchten Person. Sie erklärt, dass sie die Hündin im Jahr 2015 weitervermittelt habe – die Übergabe des Tieres soll in einem Café an der Elbe stattgefunden haben.

Wenn Sie Kira kennen, Hinweise auf die Halterin oder den Halter machen können oder sogar die Straftat vor dem Tierheim am 12. Dezember 2018 zwischen 3.00 und 3.30 Uhr beobachtet haben, wenden Sie sich bitte an die Tierschutzberatung. Diese ist montags bis freitags telefonisch zwischen 10 und 14 Uhr unter folgender Nummer erreichbar: Tel. (040) 21 11 06-25. Oder schreiben Sie eine E-Mail an tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de.

Abgemagerte Hündin Kira. Foto: Hamburger Tierschutzverein 1841 e.v.

Das Aussetzen eines Tieres stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und wird mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet. Da in diesem Fall die Hündin in einem schlechten gesundheitlichen Zustand ausgesetzt wurde, liegt sogar eine Straftat nach § 17 Tierschutzgesetz Absatz 2 vor. Zudem handelte es sich um eine kalte Winternacht und die Boxer- Mischlingshündin besitzt nur ein ganz kurzes Fell – sie hatte der Kälte nichts entgegenzusetzen. Die Halter nahmen damit billigend den Erfrierungstod des Tieres in Kauf, weil sie nicht wissen konnten, dass der Eingangsbereich des Tierheims regelmäßig kontrolliert wird. Eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Quelle: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

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