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Gegen zwei Schlachthöfe in Niedersachsen wird bereits wegen schwerer Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Nach Bad Iburg und Oldenburg beschuldigen Tierschützer nun aber noch einen weiteren Betrieb der Tierquälerei: In Laatzen bei Hannover sollen Schweine zu häufig mit Elektroschockern zur Schlachtung getrieben worden sein. Lautstark und mit vollem Körpereinsatz haben am Mittwoch Aktivisten vor dem Schlachtbetrieb protestiert. Auf einer Videowand zeigten sie Aufnahmen, die sie nach eigenen Angaben heimlich im Betrieb gemacht haben wollen. Der Betrieb, in dem jährlich rund 500.000 Schweine geschlachtet werden, räumt das Fehlverhalten schriftlich ein: „Das mehrfache Einsetzen von Elektrotreibern entspricht in keiner Weise den Tierschutzstandards, die wir vorgeben. […] Die Verstöße wurden von einem über einen Werkvertrag eingesetzten Beschäftigten begangenen, so dass wir uns entschlossen haben, die Zusammenarbeit mit dem Subunternehmer an dieser Stelle zu beenden.“ Das Landwirtschaftsministerium hat den Fall zusätzlich an die Staatsanwaltschaft Oldenburg weitergeleitet.

Der Betrieb in Laatzen gilt eigentlich als Vorzeigeunternehmen und hat bereits eine Kameraüberwachung eingeführt, so wie sie die Politik derzeit diskutiert. Die CDU fordert nun auch flächendeckend die Speicherung und einen Echtzeitzugriff für die Behörden. Für die Tierschutzaktivisten ist das aber noch nicht genug. Sie wollen, dass das ganze System überdacht wird und fordern Verbraucher auf, die Produkte zu meiden. Das Unternehmen in Laatzen will sein komplettes Kontrollsystem nun nochmals auf den Prüfstand stellen. Mindestens bis dahin müssen sie wohl auch weiter mit lautstarkem Protest der Tierschützer rechnen.

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