WhatsApp-Kettenbrief: Was steckt hinter dem „dabbenden“ Weihnachtsmann?

Manch einer mag es in seiner Whatsapp-Kontaktliste schon entdeckt haben: User mit einem „dabbenden“ Weihnachtsmann als Profilbild. Aber was steckt dahinter und warum sollte man diesem Trend lieber nicht folgen?

Foto: Screenshot/mimikama.at

Hinter dem Bild steckt zunächst ein Rätsel, das über den Messenger-Dienst Whatsapp wie eine Art Kettenbrief verbreitet wird. Wer es nicht lösen kann, muss „als Strafe“ für drei Tage ein bestimmtes Bild von einem „dabbenden“ Weihnachtsmann als Profilbild einstellen. Der Text ist folgendermaßen:

Foto: Screenshot/mimikama.at

„Ein Spielchen für Dich. Du kommst in ein Zimmer. Auf dem Bett liegen 2 Hunde und 3 Katzen. Der Weihnachtsmann, ein Esel und 5 Rentiere stehen da auch rum… 3 Tauben und eine kleine Ente fliegen durch die Gegend… so! Wie viele Füße stehen im Zimmer?Wenn du falsch antwortest, musst du 3 Tage das Bild vom Weihnchtsmann bei WhatsApp als Profilbild haben. Antwort ???“ 

Neben diesem Kettenbrief-Rätsel kursiert aber auch gleichzeitig eine Warnung, die besagt, dass dahinter eine Masche stecke, um Geld zu kassieren, denn das Bild ist urheberrechtlich geschützt. Stimmt das?

Zum Thema Urheberrecht muss gesagt werden: Ja, es stimmt. Fremde Fotos unterliegen immer einem Urheberrecht und wenn man diese „klaut“ und sie zu seinem Profilfoto macht, verletzt man dieses damit in jedem Fall. Der „dabbing santa claus“ ist aber nicht der erste Fall, der in Sachen Urheberrechtsverletzung die Runde macht. 2014 und 2016 hat es bereits ähnliche Phänomene auf Whatsapp gegeben.

Foto: Screenshot/mimikama.at

Mimikama, ein Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, hat sich damals schon und auch heute im Falle des Weihnachtsmann mit dem Thema befasst. Ihre Rechtsanwälte von „gulden röttger rechtsanwälte“ sagen: „Bei fremden Werken muss immer von einem urheberrechtlichen Schutz ausgegangen werden. […] Grundsätzlich dürfen fremde Bilder, Videos, oder sonstige geschützte Werke nicht ohne die Zustimmung des Rechteinhabers öffentlich zugänglich gemacht oder verbreitet werden.“

Ob dahinter jetzt aber wirklich eine Abzock-Masche mit Methode steckt, ist eher fraglich. Der Rechteinhaber müsste dazu ja zunächst wissen, welche Rufnummern die Bilder nutzen oder genutzt haben und wem die Nummern überhaupt gehören. Dann wäre es aber rein theoretisch möglich, wie Mimikama sagt. Also lieber auf Nummer sicher gehen und dem Trend nicht folgen. Oder: Einfach einen eigenen Weihnachtsmann malen, um potentielle Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden oder sich bei einer Fotodatenbank wie „Pixabay“ bedienen, die unter einer entsprechenden Lizenz frei nutzbar ist.

> Meldung von Mimikama zum „dabbing santa claus“

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