Werner-Rennen: Nobelacker oder Breite Masse?

Es kesselt wieder auf dem Flugplatz Hartenholm! Seit heute wächst die 730-Seelen-Gemeinde Hasenmoor bei Bad Segeberg fleißig an – insgesamt werden um die 50.000 Festivalbesucher zur Neuauflage des legendären Werner Rennens erwartet. Und wir sind für euch mittendrin, statt nur dabei. 

Holgi und Brösel zeigen sich drei Tage vor dem Rennen noch tiefenentspannt. Foto: Gloria Saggau

Was für Werner-Erfinder Rötger Feldmann alias „Brösel“ und Holger „Holgi“ Henze, Inhaber der legendären Kieler Kunstkneipe „Club 68“ mit einem Wortgeplänkel im Werner-Comic „Eiskalt“ begann, führte 1988 zu einem Großereignis, von dem man bis heute redet: Das legendäre Rennen zwischen der viermotorigen Horex, dem Red-Porsche-Killer und dem 911er Porsche von Holgi. Dieses Jahr, 30 Jahre später, also die Revanche am Originalschauplatz: Brösel und Holgi werden mit denselben, generalüberholten Maschinen erneut gegeneinander antreten und ihre Kräfte messen.

Das Rennen selbst ist für Sonntag um 16 Uhr angesetzt. Doch drumherum und im Vorfeld gibt es natürlich noch jede Menge zu entdecken und zu erleben: Drag Race, Motocross sowie Autocross, Unicycles („Einräder“, quasi halbe Motorräder), Traktor-Pulling (hier wird auch der Influencer und Youtuber Keno Veith alias „De Schwatten Ostfrees Jung“ mit von der Partie sein), Stockcar, Mofa Cup, Rasentrecker-Rennen, R.SH-Rabaukenhort für die kleinen Besucher und ihre Eltern, Yoga, Poetry Slam, Comic Battle (Live-Comiczeichner-Wettstreit) und natürlich Musik, Musik, Musik. Unter anderem mit von der Partie sind Doro, Otto und die Friesenjungs, Santiano, Torfrock, Fury in the Slaughterhouse, Niedeckens BAP, Roger Chapman, Flogging Molly, Stanfour, Lotto King Karl, Antiheld und viele mehr.

Und wie wird gewohnt?

Es gibt fünf verschiedene Camps, die nach Themen aufgebaut sind, damit Gleichgesinnte sich leichter finden. Biker sind beispielsweise mit ihren Maschinen im Schüsselcamp untergebracht, Porschefreunde im Holgi-Fan-Camp, im Gas-Wasser-Scheiße-Camp trifft sich die vereinigte Handwerkerschaft, im Breite-Masse-Camp wird ordentlich Party gemacht und das Gegenstück dazu ist das sogenannte Biotop, für alle die es ruhiger mögen und die Familie dabeihaben.

Und wem das noch nicht genug ist, der hat etwas tiefer in die Tasche gegriffen und sich eine Nobelhütte gegönnt – mit Rezeption, eigener Gastronomie, warmen Duschen, Toiletten und Chill-Out Bereich. Ausgestattet mit Betten inklusive Bettlaken, Teppichboden, Strom und somit auch Licht, Kühlschrank inklusive Gefrierfach und einer überdachten Terrasse mit Garten-Sitzgarnituren. Alles aber für einen stolzen Preis: mindestens 1319 Euro.

Wer ist bereit, diesen vierstelligen Preis zu zahlen und lohnt es sich wirklich? Wir haben uns auf die Suche gemacht und zum Beispiel Lutz Wahnschaffe aus Hamburg getroffen. Er gehe auf die 60 zu und ein kleines Zelt wie vor 30 Jahren käme für ihn heute nicht mehr in Frage.

 

Auch die Freunde Frank Schäfer und Heike Godnersen aus Sörup und Uwe Kreßner und Andrea Selchow von Pellworm haben sich eine Hütte gegönnt. Auch sie seien jetzt gesetzter, verraten sie uns – Campen und Dixi Klo war früher, heute wollen sie es lieber ruhig angehen lassen. Die insgesamt 1.400 Euro würden sie jederzeit wieder ausgeben.

 

Rolf Wiefel aus Ulm präsentiert stolz sein Zelt. Foto: Gloria Saggau

Rolf Wiefel aus Ulm hat sich hingegen für das herkömmliche Zelt entschieden. Er hat lediglich den Preis für die Festivalkarte bezahlt: 149 Euro. Das Zelt habe er schon zu Hause gehabt und einen vierstelligen Betrag für vier Tage Festival stehe für ihn in keiner Relation zu dem, was geboten würde. Mit seinem Zelt habe er alles, was er brauche, berichtet er uns.

 

Auch Mama Stefanie und Tochter Laura Weise aus Hohenfelde haben sich für ein Zelt entschieden.

 

Fakt ist aber, wo auch immer man die vier Tage auf dem Werner-Rennen verbringt: Wer die gute Laune eingepackt hat, kann sowohl in der noblen Holzhütte als auch im Iglu Zelt eine tolle Zeit haben und das Werner-Rennen 2018 in vollen Zügen genießen.

Gloria Saggau

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