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Am 30. Oktober ist Weltspartag. Foto: Pixabay/Symbol

Am 30. Oktober ist Weltspartag. Doch nicht nur anlässlich dieses Tages sollte man prüfen, ob bestehende oder geplante Geldanlagen sinnvoll sind. Die vielen Anlageformen, unverständliche Produktinformationen und verhängnisvolle Klauseln im Kleingedruckten machen es Verbrauchern allerdings schwer, ihr Geld sicher und gewinnbringend anzulegen. Dazu kommen die niedrigen Zinsen und der Fakt, dass Banken und andere Finanzinstitute ihre eigenen Provisionen meistens stärker im Auge haben als die Interessen ihrer Kunden. Wie macht man es also richtig?

Ziel des Weltspartags ist es, den Spargedanken zu fördern und vor allem Kinder und Jugendliche an den Umgang mit Geld heranzuführen. „Dieser Grundgedanke ist auch heute noch richtig und wichtig, wenngleich es immer schwerer wird, Verbraucher – egal welcher Altersstufe – zum Sparen zu motivieren“, erklärt Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Anhaltende Niedrigzinsen, undurchsichtige Kontomodelle und steigende Gebühren im Zahlungsverkehr bieten zurzeit wenig Anreize. „Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, ein Bewusstsein für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zu schaffen und Verbraucher zu befähigen, eine individuelle Finanzstrategie zu entwickeln“, ist Kristandt überzeugt.

Mit diesen Tipps der Verbraucherzentralen klappt es auch bei Ihnen mit dem Sparen:

1. Kein Sparen auf Kredit

Prüfen Sie, ob Sie wirklich Geld fürs Sparen übrig haben. Wenn Sie mit Ihrem „Dispo“ regelmäßig im Minus sind, ist das nicht der Fall. Da Kreditzinsen grundsätzlich höher sind als Sparzinsen, sollten Sie zunächst alles daran setzen, zuverlässig im Plus zu bleiben. Und tilgen Sie zunächst Ihre Kredite!

Foto: Pixabay

2. Richtige Laufzeiten wählen

Achten Sie darauf, dass die Laufzeit Ihres Sparvertrags richtig bemessen ist. Legen Sie Ihr Geld so an, dass Sie immer darüber verfügen können, wenn Sie es brauchen – wenn Sie beispielsweise heiraten, Nachwuchs bekommen, eine Immobilie kaufen wollen oder sich selbstständig machen möchten. Das gilt auch, wenn Sie langfristig etwas für die Altersvorsorge zurücklegen wollen: Sparen Sie in Etappen, indem Sie fällige Auszahlungen erneut anlegen. Verzichten Sie auf Anlageformen, bei denen Ihr Geld über Jahrzehnte fest gebunden ist.

3. Kosten im Blick behalten

Für die Verwaltung Ihres Geldes verlangen die Geldinstitute oft ein Entgelt (z.B. Kontoführung, Depotkosten, Ausgabeaufschlag, Verwaltungskosten, Provisionen). Das kann Ihre Rendite schmälern. Achten Sie bei Ihrer Entscheidung also sehr genau auf die Kosten und suchen Sie sich den preiswertesten Anbieter heraus. Achtung: Manche Kosten werden nicht offen gelegt – also sollten Sie ausdrücklich danach fragen!

4. Klassische Sparformen nicht außer Acht lassen

Auch in Niedrigzinszeiten machen Sie beim Sparen mit Tages- oder Festgeld, Sparbuch, Sparbrief oder Banksparplänen keine Fehler – hier ist Ihr Geld sicher. Bei Anlagebeträgen bis zu einer Größenordnung von rund 40.000 Euro beziehungsweise 80.000 Euro (für Verheiratete) müssen Sie sich angesichts der geringen Zinssätze auch keine Gedanken „wegen der Steuern“ machen. Sie liegen mit Ihren jährlichen Erträgen immer im Rahmen der Freibeträge. Es empfiehlt sich jedoch über den Tellerrand der eigenen Hausbank hinauszuschauen. Es gibt Anbieter, die Tagesgeldkonten mit 0,75 Prozent und Festgeld mit bis zu 1,35 Prozent verzinsen. So können Sie wenigstens die Inflationsrate kompensieren.

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5. Sparformen für Fortgeschrittene

Wenn Sie bereits eine größere Summe (z.B. im Wert Ihres nächsten Autos) als Festgeld angelegt haben und das Risiko nicht scheuen, kommen auch Aktienfonds mit der Option auf eine höhere Rendite als Sparform in Betracht. Empfehlenswert sind Indexfonds (ETFs), weil sie den Börsentrend abbilden und ein breit gestreutes Risiko haben. Weitere Vorteile: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag und die Verwaltungskosten sind gering.

6. Sparen mit gutem Gewissen

Immer mehr Menschen wollen wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Fragen Sie bei Ihrer Bank nach, wie Ihr Geld angelegt wird. Fällt die Antwort unbefriedigend aus, nutzen Sie die zahlreichen Sparanlagen der ethisch ausgerichteten Geldinstitute, die einen Teil der Rendite für einen guten Zweck spenden oder Geld nach klaren ökologischen oder sozialen Richtlinien anlegen. Vom Sparkonto bis zum Investmentfonds ist hier vieles möglich.

7. Geld für die Immobilie sicher anlegen

Wenn Sie eine Immobilie kaufen möchten, sind die klassischen, weil sicheren Sparformen (Tages- oder Festgeld, Sparbrief etc.) am besten geeignet, um das notwendige Eigengeld zum Zeitpunkt des Immobilienerwerbs (= Zeitpunkt der Kreditaufnahme) verfügbar zu haben. Achten Sie unbedingt auf den richtigen Anlagezeitraum!

8. Bausparen bringt nichts

Bausparverträge sind keine guten Sparverträge. Der Zinsertrag ist mager und liegt aktuell bei 0,25 bis 1 Prozent. Außerdem fallen Abschlusskosten von 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme an. Es gibt also weitaus bessere Möglichkeiten, Ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Lediglich bei alten Tarifen können Sie sich noch über eine Verzinsung von 4 Prozent freuen. Doch diese so genannten Renditebausparverträge werden heute nicht mehr angeboten oder von Seiten der Bausparkassen gekündigt.

9. Riestern lohnt sich

Die Riester-Rente ist sinnvoll – vorausgesetzt Sie schließen den richtigen Vertrag ab und nutzen wirklich die staatliche Förderung. Entscheiden Sie sich auf keinen Fall für eine Riester-Rentenversicherung, sondern nehmen Sie einen Sparplan. Damit lassen sich ohne hohe Kosten gute Rücklagen zur Altersvorsorge bilden. Achten Sie darauf, dass Sie mindestens 4 Prozent Ihres Einkommens einzahlen, dann schöpfen Sie die volle staatliche Förderung aus.

10. Finger weg von Versicherungen

Eine sichere Geldanlage wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbrief ist grundsätzlich viel besser für die Altersvorsorge geeignet als Kapitallebens- und private Rentenversicherungen. Die beiden letzteren haben viel zu lange Laufzeiten, das Abbruchrisiko ist hoch und die Rendite mager. Ein hoher Anteil Ihres sauer Ersparten geht außerdem für (versteckte) Verwaltungskosten drauf.

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11. Vorsicht vor Traumrenditen

Glauben Sie niemandem, der Ihnen hohe Renditen oder Steuervorteile ins Blaue hinein verspricht. Hohe Renditen gibt es nur im Doppelpack mit einem hohen Verlustrisiko. Und viele Anlageberater locken ihre Opfer mit angeblichen Steuervorteilen ins finanzielle Verderben.

12. Sparkonzept im Miniformat

Streuen Sie mögliche Risiken breit über verschiedene Anlageformen, achten Sie auf Flexibilität und versteckte Kosten und schließen Sie nur solche Finanzprodukte ab, die Sie tatsächlich verstanden haben. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • „Dispo“ in die schwarzen Zahlen bringen.
  • Über ein bis zwei Nettogehälter am besten täglich verfügen können. Singles sollten etwa 5.000 Euro, Familienhaushalte circa 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto haben. Bei der Auswahl helfen Vergleichsrechner im Internet.
  • „Riester“-Vertrag als Sparplan abschließen (z.B. für Geringverdiener, Familien oder Alleinerziehende mit kleinen Kindern).
  • Eine größere Summe, ungefähr im Wert Ihres nächsten Autos, längerfristig (zwei bis sechs Jahre) sicher anlegen.
  • Zusätzliches Geld können fortgeschrittene Sparer in Aktienfonds oder eine Immobilie investieren. Ohne Risiko gibt es keine Rendite mehr!

Außerdem können Anleger, die wissen möchten, was sich tatsächlich hinter ihren Verträgen verbirgt, am 7. November zwischen 14 und 19 Uhr zum „Geldanlage-Check“ in die Verbraucherzentrale Hamburg kommen. Die unabhängigen Experten der Verbraucherzentrale nehmen an dem Aktionstag Finanzverträge genau unter die Lupe, erläutern Ratsuchenden, was es mit diesen auf sich hat, ob das Renditeversprechen glaubwürdig ist und welche Risiken möglicherweise bestehen. Die Beratungsgespräche finden ohne Voranmeldung in der Kirchenallee 22 (Ecke Ernst-Merck-Straße) in Hamburg St. Georg statt und dauern jeweils 20 Minuten. Das Entgelt für die Beratung bestimmen die Verbraucher an diesem Aktionstag selbst.

> Mehr Informationen zum Aktionstag „Geldanlage-Check“ finden Sie hier!

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg und Verbraucherzentrale Niedersachsen

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