Copy LinkCopy LinkShare on MessengerShare on Messenger

Am 14. November ist Weltdiabetestag, denn es ist auch der Geburtstag von Frederick G. Banting, der 1921 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckte. Das internationale Symbol für Diabetes und den Weltdiabetestag ist ein blauer Kreis: der „Blue Circle“.

Diabetes in Zeiten der Corona-Pandemie

Weltweit steigen die Diabeteszahlen, insbesondere Diabetes Typ 2 ist auch in Deutschland eine Volkskrankheit. Mittlerweile sind etwa acht Millionen Menschen hierzulande erkrankt, inklusive einer Dunkelziffer von noch nicht diagnostizierten zwei Millionen Betroffenen. Hohe Risikofaktoren für die Entstehung beim Typ-2-Diabetes sind Bewegungsmangel und Übergewicht. Beide nehmen in der Bevölkerung seit Beginn der Corona-Pandemie zu, wie aktuelle Umfragen zeigen. Diabetes und Adipositas wiederum erhöhen das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Covid-19. Auf einer Online-Pressekonferenz am 10. November 2020 erklärte Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, warum Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 gerade während der Pandemie weiterhin engen therapeutischen Kontakt zu ihrem Behandlungsteam benötigen.

Foto: Pexels

Weniger Bewegung durch Kontaktbeschränkungen

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab bereits im April, dass sich 38 Prozent der Erwachsenen in Deutschland aufgrund der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung weniger bewegen. 19 Prozent haben infolge ihrer veränderten Gewohnheiten zugenommen. Die Corona-Pandemie wirkt sich auch negativ auf das Gewicht von Kindern, vor allem aus sozial benachteiligten Familien, aus. Das zeigte eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von Ernährungsmedizinern aus München: So hätten 27 Prozent der Eltern und neun Prozent der Kinder unter 14 Jahren zwischen dem Lockdown im März und der Umfrage im September zugenommen.

Übergewicht fördert Entstehung von Diabetes Typ 2

​„25 Prozent der Deutschen haben bereits Adipositas, weitere 35 Prozent Übergewicht. Adipositas ist zudem die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden“, erklärt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe. Bewegungsmangel und Übergewicht fördern die Entstehung von Diabetes Typ 2. „Zudem haben Menschen mit Diabetes Typ 1 oder 2 bei einer instabilen Stoffwechsellage und zusätzlichen Begleiterkrankungen, wie zum Beispiel Adipositas oder kardiovaskulären Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf bei Covid-19“, ergänzt der Diabetologe. Daher müsse man Betroffene gerade jetzt intensiv betreuen und individuell unterstützen: „Mittlerweile fallen wieder seit Wochen Bewegungsangebote in Vereinen oder anderen Sporteinrichtungen aus. Soziale Kontaktbeschränkungen lassen die Motivation zu mehr Bewegung und gesunder Ernährung sinken.“

Foto: Pexels

Was ist Diabetes Typ 1?

Diese Form tritt vor allem im Kindes- und Jugendalter auf und ist eine Autoimmunerkrankung. Das eigene Immunsystem greift die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört die insulinproduzierenden Zellen (Beta- Zellen): Es entsteht ein „absoluter Insulinmangel“. Er führt zu einem starken Anstieg des Blutzuckers und gleichzeitig zu einer Unterversorgung der Körperzellen. Aus diesem Grund benötigen Menschen mit Diabetes Typ 1 eine lebenslange Therapie mit Insulin-Injektionen. Dabei sollte die Ernährung auf die Insulindosierung abgestimmt sein, um Blutzuckerschwankungen vorzubeugen. Mithilfe von Broteinheiten (BE) können Betroffene errechnen, wie viel Insulin sie spritzen müssen, damit der Blutzucker bis zur nächsten Hauptmahlzeit wieder im angestrebten Bereich liegt.

Was ist Diabetes Typ2?

Diese Form tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf. Hierbei besteht ein „relativer Insulinmangel“. Die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber die Körperzellen verlieren ihre Empfindlichkeit für das Hormon und/oder die Ausschüttung des Insulins aus den Zellen der Bauchspeicheldrüse ist gestört. Die Bauchspeicheldrüse versucht dies auszugleichen, indem sie immer mehr Insulin ausschüttet. Doch trotz erhöhtem Insulinspiegel gelangt immer weniger Zucker in die Körperzellen. Sehr häufig können Menschen mit Diabetes Typ 2 zunächst mit einer Ernährungsumstellung allein oder aber in einer Kombination mit Tabletten behandelt werden. Im Krankheitsverlauf vermindert sich aber die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse, wodurch auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes der Insulinmangel weiter fortschreitet. Der dadurch veränderte Stoffwechsel muss dann ebenfalls mit Insulin-Injektionen behandelt werden.

Foto: Pixabay/Symbol

Wie hoch ist Ihr Diabetes-Risiko? Machen Sie den Test!

Mithilfe des vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) entwickelten Risiko-Tests können Sie Ihr persönliches Risiko ermitteln, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Der Test ist nicht anwendbar, wenn bei Ihnen bereits ein Diabetes bekannt ist.

2020 wegen Corona-Pandemie alles digital

Seit 2009 richtet diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums die Zentrale Patientenveranstaltung zum Weltdiabetestag am 14. November aus. Doch aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist in diesem Jahr vieles anders. 2020 werden die wissenschaftlichen Vorträge daher ausschließlich digital angeboten. Interessierte erwartet eine große Auswahl an Videos zu vielen Themen rund um den Diabetes sowie am 14. November 2020 von 10 Uhr bis 17 Uhr spannende Vorträge live als Zoom-Webinare. Die Online-Veranstaltung zum Weltdiabetestag 2020 wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert.

Videobotschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zum Weltdiabetestag 2020:

YouTube

Durch das Abspielen des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzbestimmungen von YouTube.
Mehr erfahren

Video abspielen

 

sag / mit diabetesDE und weltdiabetestag.de

Zur Startseite