Am 14. November ist Weltdiabetestag. Foto: Pixabay

Jedes Jahr am 14. November ist Weltdiabetestag. Nach Aids ist es die zweite Krankheit, die einen solchen Tag von den Vereinten Nationen bekommen hat und das zeigt: Es handelt sich um eine massenhaft verbreitete Krankheit. Diabetes mellitus, häufig auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch sind. Allein in Deutschland sind mehr als sechs Millionen Menschen betroffen, doch jeder zweite Diabetiker wird nicht diagnostiziert. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist aber der Schlüssel, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden oder zu verzögern. Und das fängt schon zu Hause in den eigenen vier Wänden an. Deshalb ist das Hauptziel der diesjährigen Kampagne auch, das Bewusstsein für die Auswirkungen von Diabetes auf die Familie zu schärfen.

TYP-1-DIABETES

Bei dem Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der meist schon früh im Leben die körpereigene Insulinherstellung verloren geht. In der Bauchspeicheldrüse der Patienten entwickeln sich Antikörper gegen die insulinproduzierenden Betazellen, die dann durch Insulinspritzen ersetzt werden müssen. Das Risiko, an einem Typ-1-Diabetes zu erkranken, kann heute durch den Nachweis spezieller Antikörper im Blutserum der Betroffenen noch vor dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome geprüft werden.

Die Krankheit ist vererbbar. Bei auffällig starkem Durstgefühl, vermehrtem Wasserlassen, Gewichtsabnahme und Kräfteverlust vor allem bei Kindern ist es wichtig, so früh wie möglich zu reagieren und die Gesundheit prüfen zu lassen. Auf der anderen Seite sind jedoch bisher keine wirksamen Maßnahmen bekannt, um das Ausbrechen der Erkrankung zu verhindern.

Oft reicht es aus, den Diabetes mellitus Typ-2 mit einer gesünderen Lebensweise zu behandeln. Foto: Pixabay

TYP-2-DIABETES 

Der Typ-2-Diabetes ist dadurch gekennzeichnet, dass die Empfindlichkeit der Körperzellen auf das Hormon Insulin herabgesetzt ist. Die Folge ist, dass das körpereigene Insulin nicht mehr ausreicht, um den erwünschten Effekt zu erzielen, denn Insulin ist das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel regulieren kann und somit die Körperzellen zum Arbeiten bringt.

Obwohl diese Krankheit weitgehend vermeidbar ist, entfallen rund 80 bis 90 Prozent der von Diabetes erkrankten Menschen auf der Welt auf den Typ-2. Die Symptome sind ähnlich wie bei dem Typ-1-Diabetes, allerdings meistens weniger auffällig. Dadurch wird die Krankheit oft erst viel zu spät bemerkt. Neben den erhöhten Blutzuckerspiegeln liegen beim Typ-2-Diabetiker sehr häufig gleichzeitig Übergewicht, ein Bluthochdruck und/oder Fettstoffwechselstörungen vor.

NOCH ANDERE TYPEN UND MISCHFORMEN BEKANNT

Neben diesen zwei und gleichzeitig bekanntesten Diabetes-Typen gibt es aber auch noch zahlreiche andere Formen und sogar Mischformen. Schwangerschafts-Diabetes beispielsweise kommt bei rund vier Prozent aller schwangeren Frauen in Deutschland vor, bei der beispielsweise eine Stilldauer von mehr als drei Monaten zu langfristen Verbesserungen des Stoffwechsels führen kann. Ein Diabetes kann grundsätzlich auch durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, im Rahmen anderer Krankheiten oder bei bestimmten genetischen Störungen auftreten. Auch manche Medikamente, insbesondere Kortison, können an der Entstehung eines Diabetes beteiligt sein.

AUSWIRKUNGEN AUF DEN KÖRPER

Neben einer ungesunden Ernährung gehört auch ein Mangel an Bewegung zu den Hauptursachen für einen Typ-2-Diabetes. Foto: Pixabay

Alle Diabetes-Typen haben gemeinsam, dass auf die Stoffwechseleinstellung geachtet werden und mittels einer abgestimmten Therapie das Gleichgewicht gehalten werden muss. Faktoren wie mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung und Stress wirken sich auf die Stoffwechsellage aus. Vor allem durch Schwächeanfälle bemerken Betroffene, dass etwas mit ihrem Blutzuckerspiegel nicht richtig ist. Ein hoher Blutzucker verursacht aber keine Schmerzen. Dies macht den Diabetes mellitus zu einer tückischen Erkrankung: Die Gefahren, die hinter dem Diabetes lauern, werden oft unterschätzt.

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für eine Reihe von weiteren Erkrankungen: Herzinfarkte, Schlaganfälle, Augenerkrankungen mit Erblinden, Nierenversagen oder Beinamputationen. Insgesamt lassen sich rund 80 Prozent aller Todesfälle bei Diabetikern auf eine fortgeschrittene Herz-Kreislauf-Erkrankung mit ihren Folgen wie Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Herzinfarkt oder Schlaganfall zurückführen.

TIPPS ZUR VORBEUGUNG  

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes. Foto: Pixabay

Vor allem der Typ-2-Diabetes entwickelt sich in der Regel erst schleierhaft über mehrere Jahre, daher ist es wichtig, sich mit dem Thema früh auseinanderzusetzen. Denn die Erkrankung oder die bedingten Folgeschäden lassen sich gut durch frühzeitig angewandte und gezielte präventive oder therapeutische Maßnahmen verhindern. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke hat zum Beispiel einen Online-Diabetes-Risiko-Test entwickelt, der auf wissenschaftlichen Ergebnissen basiert und am Ende zusätzlich individuell zugeschnittene Empfehlungen zur Risikosenkung liefert. Vor allem sollte man beachten, dass Übergewicht so effektiv wie möglich abgebaut wird, außerdem sollten Fleisch und Zigaretten nur in äußerst geringem Maß konsumiert werden. Eine vegetarische oder vegane Ernährung kann somit den Stoffwechsel deutlich verbessern, Diabetes aber dennoch nicht heilen. Auch der tägliche Verzehr vollkornreicher Lebensmittel und eine körperliche Aktivität von mindestens fünf Stunden die Woche sind förderlich, um das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken.

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