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Schritt für Schritt rüstet sich Niedersachsen für einen möglichst kontrollierten Verlauf der Corona-Epidemie. Um die Zahl der Neuansteckungen zu minimieren, schließt Niedersachsen ab Samstagabend alle Restaurants und Cafés, genauso wie Bremen. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil am Freitag bei einer Pressekonferenz in Hannover an. Ob es bei den neuen Regelungen bleibt, wird sich voraussichtlich am Sonntag entscheiden. Dann werden die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel über die weiteren Schritte beraten.

Restaurants, Speisegaststätten, Systemgastronomie, Imbisse und Mensen sind in Niedersachsen so schnell wie möglich zu schließen. Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen soll weiter möglich bleiben. Es sollten sich aber nicht allzu viele Menschen gleichzeitig im Verkaufsraum befinden. Der Verzehr ist innerhalb eines Umkreises von 50 Metern zu diesen Betrieben unzulässig. Aus hygienischen Gründen wird darüber hinaus eine bargeldlose Bezahlung empfohlen.

Alle Niedersachsen sollten ihr Kaufverhalten hinterfragen“, so Weil. Es gebe keinen Grund, jetzt anders einzukaufen, als sonst auch.

„Wir drängen darauf, dass die letzten, die es nicht verstanden haben, es dann spätestens jetzt begreifen“. Was den verstärkten Schutz vor einer Ansteckung und angeht, so appellierte Weil an jeden Einzelnen, diszipliniert zu sein.

Über 1.000 Corona-Infizierte in Niedersachsen am Freitag

1.262 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus sind bis heute – Freitag, Stand 14 Uhr – in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt worden. „Das ist ein deutlicher Hinweis, dass wir uns weiter in einer Infektionswelle und auch in einer dynamischer Infektionswelle befinden“. Um einen exponentiellen Anstieg handele es sich aber nicht, denn der Anstieg liege aktuell bei 25 bis 30 Prozent am Tag.

Kinder-Notbetreuung

Bisher mussten beide Elternteile in einer sogenannten kritischen Infrastruktur tätig sein, um einen Notbetreuungsplatz in Anspruch nehmen zu können. Künftig können auch Familien, in denen nur ein Elternteil im Bereich Gesundheit, Medizin, Pflege, Polizei, Rettungsdienst u.a. arbeitet, Kinder in die Notbetreuung geben. Ziel sei es, so viele Mitarbeiter aus diesen Sektoren wie möglich einsatzbereit zu halten.

Auch in den Osterferien (30.03.2020 – 14.04.2020) wird die Notbetreuung in niedersächsischen Kindertageseinrichtungen und Schulen vorgehalten, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Freitag mitgeteilt hat. Diese Notbetreuung sichert ab, das aufgrund der Corona-Krise besonders benötigten Berufsgruppen ihrer Arbeit nachgehen können. Vergangene Woche waren mit den Kita- und Schulschließungen einschneidende Maßnahmen verkündet worden. Ziel der Schul- und Kitaschließungen ist und bleibt die Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus.

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