Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auch im Norden – Pendler brauchen am Dienstag viel Geduld

Am Dienstag haben die bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auch im Norden stattgefunden. In Schleswig-Holstein waren in Kiel, Lübeck und Flensburg seit Betriebsbeginn die Stadtbusse ausgefallen. „Die Warnstreiks sind gut angelaufen“, sagte Karl-Heinz Pliete von der Gewerkschaft Verdi am frühen Morgen. Es habe eine hohe Beteiligung gegeben. Gestreikt wurde in allen kreisfreien Städten des Bundeslandes mit Ausnahme des Stadtverkehrs in Neumünster. Bei der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) hat der Warnstreik bis etwa 9 Uhr gedauert. Nach Ende des Warnstreiks sollte es jedoch einige Zeit dauern, bis alle Linien wieder planmäßig bedient werden. Auch bei den anderen öffentlichen Betrieben sollten die Aktionen während des Berufsverkehrs stattfinden und seit 9 Uhr beendet sein.

In Hamburg wurde bei der Hochbahn der Betrieb ganz eingestellt – nur noch der Schülerverkehr wurde versucht aufrechtzuerhalten, wie das Unternehmen mitteilte. Auch die Verkehrsbetriebe Hamburg haben die Arbeit niedergelegt. In der Hansestadt wurden die Warnstreiks um 12 Uhr beendet. Die Hochbahn hat den Regelbetrieb auf den U-Bahn-Linien U1, U2, U3, U4 sowie auf allen Buslinien wieder aufgenommen. Das Unternehmen weist aber darauf hin, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis der Betrieb wieder stabil läuft und geht davon aus, dass spätestens ab 15 Uhr alle Busse und U-Bahnen wieder pünktlich fahren.

In Niedersachsen haben in Hannover rund 30 Beschäftigte des Verkehrsbetriebs Üstra am Betriebshof Glocksee mit Pappaufstellern protestiert. Auch an weiteren Stellen in der Stadt zeigten Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, dass ihnen die „Haltung der Arbeitgeber nicht passt“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Dienstagmorgen. Die Aufsteller zeigten Gesicht und Körper von Beschäftigten, um trotz der Pandemie und der Abstandsregeln nah zusammenstehen zu können. Der Nahverkehr mit Bussen und Stadtbahnen in Hannover sei stillgelegt. Die Üstra hatte zuvor Fahrgästen geraten, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 87.000 Tarifbeschäftigten in 130 Verkehrsbetrieben unter anderem ein 13. Monatsgehalt, eine Erhöhung der Zulagen für belastende Dienste und Schichten sowie 30 Urlaubstage für alle als Standard.

mit dpa

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