Vorsicht Betrugsmasche! Warnung vor falschen Polizisten

Symbolbild: Grüne Polizeiuniform wurde 2009 abgeschafft. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Falsche Polizisten fahren in grüner Uniform Streife in Kiel

Die Vorfälle mit falschen Polizisten in Schleswig-Holstein häufen sich. Während die Täter meist per Telefon Geld- und Schmuckbestände abfragen und erbeuten wollen, sind jetzt zwei Männer in Uniform sogar Streife in Kiel gefahren – ein Novum, sagt die echte Polizei.

Die beiden Männer waren in grüner Uniform in Kiel Streife gefahren und haben eine Autofahrerin angehalten. Sie wollten nach Angaben der richtigen Polizei die Papiere der 57 Jahre alten Frau einsehen. Sie behaupteten, der Wagen sei offenbar gestohlen, und wollten die Frau zu deren Wohnung begleiten, teilte die Polizeidirektion Kiel am Mittwoch mit. Als Passanten am Dienstag auf die Situation aufmerksam geworden seien, hätten die beiden falschen Beamten den „Einsatz“ abgebrochen und seien mit ihrem Wagen davongefahren. Einen solchen Vorfall habe es bisher nicht gegeben, erklärte ein Sprecher.

In Schleswig-Holstein gehört die grüne Polizeiuniform seit 2009 der Vergangenheit an. Die aktuelle blaue Uniform wurde 2006 eingeführt.

Weitere vermeintliche Kontrollen der falschen Polizisten seien nicht auszuschließen, warnte ein Sprecher der Kieler Polizeidirektion. In solchen Fällen solle umgehend über den Notruf 110 die Polizei informiert werden. Die Polizei ermittelt wegen Amtsanmaßung und wegen des Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen.

Andere falsche Polizisten versuchten es über das Telefon

Am Dienstag haben sich mehrere Personen aus dem Kreis Plön und Kiel bei der Polizei gemeldet und berichtet, dass sie zuvor Anrufe von vermeintlichen Polizeibeamten erhalten hatten. Die Polizei Kiel warnt daher vor Anrufern, die sich als Polizisten ausgeben und somit versuchen an das Ersparte ihrer Gesprächspartner zu gelangen.

Verbrecher rufen ältere Menschen an, um unter der Vorgabe, von der Polizei zu sein, ihr Vertrauen zu erschleichen.
Foto Pixabay

Angerufene reagierten richtig

Mehrere Bürger aus Schwentinental, Heikendorf, Dobersdorf, Krokau und Kiel haben derartige Anrufe erhalten, in denen die Betrüger unterschiedliche Geschichten von vermeintlichen Schutz- oder Kriminalbeamten erzählen. Bislang ist kein Fall bekannt, in dem die Betrüger Erfolg hatten. Sämtliche Angerufene reagierten richtig. Sie beendeten das Gespräch und informierten über 110 die echte Polizei.

Erst am Montag hatten sich Betrüger als Polizisten ausgegeben und eine Seniorin in Rendsburg um ihr Geld gebracht:

Falsche Polizisten erbeuten Bargeld von 80-Jähriger in Rendsburg

Hier rät die Polizei:

  • Allein die Anzeige einer scheinbar bekannten Rufnummer reicht zur Identifizierung eines Anrufers nicht aus. Notieren Sie sich die im Telefondisplay angezeigte Rufnummer, legen Sie auf bzw. trennen Sie die Verbindung mit der entsprechenden Hörertaste und wählen anschließend selbst die „110“!
  • Bewahren Sie keine Wertgegenstände oder größeren Geldbeträge zu Hause auf!
  • Übergeben Sie keine Wertgegenstände an fremde Personen!
  • Die Polizei wird Sie niemals am Telefon auffordern, Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder die Aufbewahrung von Wertsachen zu geben!
  • Ziehen Sie eventuell bei Bedarf Personen Ihres Vertrauens (z. B. Nachbarn, Hausmeister) hinzu – auch wenn der Anrufer Sie zur „Geheimhaltung“ verpflichten will!
  • Bitten Sie darum, die Angelegenheit persönlich zu klären und lassen Sie sich von eintreffenden Polizisten (insbesondere in Zivil) die Polizeidienstausweise zeigen!
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