Vermisste aus dem Watt bei Brunsbüttel mit Sohn vor Haftstrafe nach Spanien getürmt?

Foto: Polizeidirektion Itzehoe

Im Fall der im Watt vor Brunsbüttel mit ihrem achtjährigen Sohn verschwundenen Frau gibt es offenbar eine Wende. Die Ermittler gehen inzwischen nicht mehr von einem erweiterten Suizid aus, sondern von einem gezielten Untertauchen der Frau. Die 41-Jährige habe zuvor ihr Konto und das ihres Sohnes leergeräumt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Zudem habe sie beim Verschwinden am Sonntag ihre kompletten Ausweispapiere dabei gehabt. Ihr Auto hatte sie bereits einige Tage zuvor verkauft.

Die 41-Jährige ist womöglich mit ihrem Sohn in Spanien untergetaucht

Die Heider Kriminalpolizei hat am Freitag den Zeugen vernommen, der sich bereits am Tag zuvor gemeldet hatte mit dem Hinweis, dass er der Vermissten Gegenstände abgekauft habe. Bei der Befragung durch die Polizei kam heraus, dass die Frau in den letzten Wochen verschiedene Hausratsgegenstände an den Mann verkauft hat. Bei den Verkaufsterminen sind sich die beiden auch etwas nähergekommen und die Vermisste hat dem Käufer in der letzten Woche eröffnet, dass sie ihre Haftstrafe nicht antreten wolle, berichtet die zuständige Polizeidirektion. Die flüchtige Frau soll dem Zeugen außerdem erzählt haben, dass sie ihr Lebensumfeld verlassen und Familienangehörige in Spanien aufsuchen werde. Sie hätte dazu auch einige große Koffer besorgt.

Die Kripo hat Interpol alarmiert

Die Kripo hat nun Kontakt mit Interpol aufgenommen, um die entsprechenden Behörden in Spanien zu informieren. Ob die Frau tatsächlich nach Spanien gereist ist und wenn ja, in welchen Ort, ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen bleiben spannend.

Die Frau sollte eine Haftstrafe wegen Betrug antreten

Die Gesuchte hätte einen Tag nach ihrem Abtauchen eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten antreten müssen. Grund waren nach Polizeiangaben mehrere Betrugsdelikte.

Suizid-Verdacht immer unwahrscheinlicher

Ein Suizid in der Elbe werde durch diese Fakten immer unwahrscheinlicher, teilten die Beamten weiter mit. Der Aufenthaltsort von Mutter und Sohn ist weiter unbekannt. Das Handy der Frau ist abgeschaltet.

Hinweise bitte an die Polizei Heide

Jetzt bittet die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe: Wer die vermisste Frau und ihren Sohn (siehe Foto) gesehen hat, möge sich bitte bei der Kriminalpolizei Heide unter der Rufnummer 0481-94 0 melden.

Foto: Polizeidirektion Itzehoe

Rettungskräfte hatten die großangelegte Suche auf der Elbe und an den Ufern im Watt vor Brunsbüttel am Dienstag eingestellt. Eine junge Frau hatte die Behörden am Sonntagabend eingeschaltet, weil die Frau und ihr Kind mit der Ankündigung einer Selbsttötung über den Elbdeich in Richtung Wasser gegangen seien. Laut Feuerwehr handelte es sich dabei um eine 19 Jahre alte Tochter der Vermissten.

 

tik

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