Verdi ruft Post-Zusteller in Norddeutschland zu Warnstreiks auf

Eine Beschäftigte der Deutschen Post mit einer Fahne der Gewerkschaft Verdi. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Nach ersten Arbeitsniederlegungen in Brief- und Paketzentren hat die Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit die Zusteller:innen der Post in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen seien fast alle Orte in den beiden Bundesländern, mit hoher Beteiligung der Zustellerinnen und Zusteller werde gerechnet, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Freitag. Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die stockenden Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 160.000 Beschäftigten der Deutschen Post AG.

In der Nacht zum Freitag waren Warnstreiks in den Brief- und Paketzentren in Hannover, Celle, Braunschweig, Göttingen, Bremen, Oldenburg und Osnabrück angelaufen. Die Beteiligung sei sehr gut gewesen, sagte der Verdi-Landesfachbereichsleiter Postdienste, Thomas Warner. Verdi rechnet mit erheblichen Behinderungen in der Brief- und Paketzustellung. Nach Schätzungen der Gewerkschaft wurden in den beiden Bundesländern rund 200.000 Pakete und etwa 2,5 Millionen Briefsendungen nicht bearbeitet.

Aufruf zum Streik auch in Schleswig-Holstein und Hamburg

Auch die Beschäftigten in den Brief- und Paketzentren in Hamburg und Schleswig-Holstein seien ab Donnerstag um 17:00 Uhr sowie am Freitag ganztägig aufgerufen, die Arbeit niederzulegen, teilte Verdi mit. In Hamburg beteiligten sich nach Angaben eines Verdi-Sprechers am Abend etwa 140 und in Schleswig-Holstein bis zu 100 Postbeschäftigte.

In der zweiten Verhandlungsrunde für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten hatte es zuvor in Köln keine Fortschritte gegeben. „Die Arbeitgeber haben sich sehr deutlich geäußert, dass sie nicht bereit sind, den Reallohnverlust und die Inflation auszugleichen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Verdi halte die Forderungen jedoch für „notwendig, gerecht und machbar“.

Erhöhung des Einkommens um 15 Prozent gefordert

Verdi fordert eine Erhöhung der Einkommen um 15 Prozent und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 200 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die dritte Verhandlungsrunde soll am 8. und 9. Februar in Düsseldorf stattfinden.

Mit dpa

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