Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor Abzocke fiktiver Jobangebote

Beim Öffnen von Nachrichten zur Soforthilfe ist aktuell Vorsicht geboten. Foto: Pixabay

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat vor Kriminellen gewarnt, die mit Hilfe fiktiver Jobangebote die Identität der Bewerber für Abzocke und Fake-Shops missbrauchen. Der Corona-Lockdown zwinge viele Menschen, sich einen Nebenjob zu suchen – das nutzten Kriminelle für sich aus, warnte die Verbraucherzentrale.

Sie lockten mit fiktiven Jobangeboten im Internet, um an die Identität der Bewerberinnen und Bewerber zu kommen. Einer Frau aus Niedersachsen drohe jetzt anstelle eines neuen Jobs eine Anzeige wegen Geldwäsche: Sie wurde ungewollt zur Finanzagentin, die vermeintlichen Arbeitgeber hatten auf ihren Namen ein Konto angelegt.

Konto für angebliche Werbezwecke

Den Angaben zufolge sollte die Frau im Bewerbungsverfahren die Sicherheitsmerkmale der Videoidentifizierung testen, während sie ein Bankkonto eröffnete. Das Konto sollte angeblich nur zum Zweck der Marktforschung eingerichtet und später von den vermeintlichen Arbeitgebern gekündigt werden. Tatsächlich ging es den Betrügern jedoch darum, an die Identität der Bewerberin zu gelangen. Denn die Bewerberin war die Inhaberin des Kontos, die Betrüger konnten jedoch darauf zugreifen, um das Konto für Ebay-Verkäufe zu nutzen: Die Kund:innen zahlten den Kaufpreis ein, warteten aber vergeblich auf die Ware.

Niemals ihren Personalausweis beidseitig einscannen

Eine Videoidentifizierung im Bewerbungsverfahrens sei zwar grundsätzlich möglich, erklärte Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Verlange der vermeintliche Arbeitgeber aber, dass auch ein Konto eröffnet werde, sollten die Betroffenen ablehnen. „Auch sollten sie niemals ihren Personalausweis beidseitig einscannen und ihn anschließend zur Authentifizierung in die Kamera halten“, riet Körber.

Wer auf eine solche Betrugsmasche hereinfalle, dem drohe eine Anzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche, warnten die Verbraucherschützer. Kundinnen und Kunden, die Geld auf das Konto überwiesen haben, könnten zudem eine Rückzahlung von den Kontoinhabern fordern. Die Opfer der Masche sollten Strafanzeige gegen die vermeintlichen Arbeitgeber stellen.

 

Mit dpa

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