Copy LinkCopy LinkShare on MessengerShare on Messenger

Nachrichten über Hunde, die kleine Kinder oder Babys beißen, gab es in den vergangenen Wochen einige. Auch in Osnabrück wurde vor zwei Tagen ein solcher Fall gemeldet. Junge Eltern brachten ihren Säugling mit schwersten Verletzungen ins Kinderkrankenhaus. Ein fremder Hund habe ihr Kind gebissen, sagten sie. Doch nun die überraschende Wende: Bisswunden gibt es keine. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Vater. Hat er sein eigenes Kind schwer verletzt und sich dann die Lügengeschichte mit dem Hundebiss ausgedacht? Auch inwiefern die Mutter eine Mitschuld trägt, muss noch geklärt werden. Das Baby wird im Krankenhaus weiter behandelt. Zwischenzeitlich schwebte es in Lebensgefahr. Der Zustand ist aber mittlerweile stabil.

 

— Update, 18. MAI 2018 —

Im Fall des lebensgefährlich verletzten Säuglings aus Osnabrück hat das Jugendamt schon während der Schwangerschaft einen Hinweis aus der Familie erhalten. Man habe den Kontakt gesucht, dabei sei klar geworden, dass die Familie Hilfe brauche, sagte ein Sprecher der Stadt Osnabrück am Freitag. Das Jugendamt habe Angebote gemacht, die Eltern seien „sehr kooperativ“ gewesen – Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls habe es nicht gegeben. Zuvor hatte NDR 1 Niedersachsen darüber berichtet. Nach Angaben des Sprechers wurde vereinbart, dass die Eltern sich nach der Geburt melden.

Gegen den Vater des wenige Tage alten Kindes wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Nach der ursprünglichen Darstellung der Eltern soll angeblich ein Hund das Kind angegriffen haben. „Die ganze Hundegeschichte ist erlogen“, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. „Wir können ausschließen, dass das Kind durch Hundebisse verletzt wurde.“ Der Säugling sei geschlagen worden, offene Wunden gab es nicht.

dpa

Zur Startseite