Umweltminister Lies besucht Endlager für Atommüll in Finnland

Olaf Lies (SPD), Umweltminister von Niedersachsen, im Gespräch. Foto: Holger Hollemann/Archivbild

Umweltminister Olaf Lies (SPD) will Ende Mai das weltweit erste genehmigte Endlager für hoch radioaktiven Atommüll in Finnland besuchen. Dabei werde er sich über Alternativen zur Unterbringung in Ton und Salz informieren, teilte eine Sprecherin in Hannover mit. Die Anlage entstehe derzeit auf der Insel Olkiluoto vor der Westküste Finnlands in Granit, also kristallinem Gestein.

«Wir stehen am Anfang der Suche nach einem geeigneten Endlagerstandort für hoch radioaktive Abfälle», sagte Lies mit Blick auf den Neustart der Suche nach einem geeigneten Standort in Deutschland. Alle Möglichkeiten und Varianten müssten sorgfältig und genau geprüft werden. «Ich werde sehr darauf drängen, sich in Deutschland nicht auf Salz und Ton zu beschränken, sondern gerade die Suche nach Kristallingestein als Grundlage für eine Standortsuche ernst zu nehmen.»

Jahrzehntelang war der Salzstock in Gorleben die bundesweit einzige Option zur dauerhaften Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll. Erst 2011 kam die Wende. Der Bundestag beschloss einen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022, auch andere mögliche Standorte sollten nun geprüft werden. Die Entscheidung für Gorleben sei falsch gewesen, sagte Lies Mitte April.

dpa

Zur Startseite