Trickbetrüger und Trickdiebe sind wieder fleißig – Polizei gibt Tipps

Die Polizei Hamburg warnt erneut vor falschen Polizisten und sonstigen Trickdieben, die es darauf abgesehen haben, ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Auch im noch frischen neuen Jahr sind die Täter bereits sehr aktiv.

Die Betrüger melden sich oft telefonisch und geben sich zumeist als Polizei- oder Kriminalbeamte aus. Durch gezieltes Hinterfragen versuchen sie, Erkenntnisse über das Vorhandensein und die Aufbewahrungsorte von Geld und Wertgegenständen zu erlangen. Seit Jahresbeginn wurden der Polizei bereits über 200 Fälle bekannt, von denen fünf für die Täter erfolgreich waren. Sie erbeuteten dabei insgesamt knapp 80.000 Euro.

Trickbetrüger haben es vor allem auf ältere Menschen abgesehen. Foto: 17:30 SAT.1 REGIONAL

Häufig erfolgt dabei der Hinweis auf angeblich festgenommene Einbrecher, bei denen sensible Daten der jeweils Angerufenen aufgefunden worden seien. In anderen Fällen versuchen die Täter, das Vertrauen der älteren Menschen in teils langjährig bekannte Sparkassen- oder Bankmitarbeiter zu erschüttern, meist mit der Behauptung, sie seien korrupt und das Geld sei nicht mehr sicher.

Oft der selbe Trick

Ziel ist immer, die Opfer dazu zu bringen, Geld abzuheben oder ein Schließfach zu leeren. Es wird in Aussicht gestellt, jemanden zu schicken, der Geld und Wertgegenstände übernehmen und in Sicherheit bringen soll.

Besonders perfide sind auch die sogenannten Schockanrufe, bei denen die Angerufenen mit einer emotional belastenden Situation konfrontiert werden. Zur Abwendung einer angeblichen Haft oder zur Begleichung angeblicher Behandlungskosten nach einem Verkehrsunfall eines nahen Angehörigen, werden die älteren Menschen zu einer Herausgabe von Bargeld aufgefordert. Seit Jahresbeginn sind der Polizei bereits knapp 40 solcher Anrufe bekannt geworden, von denen zwei für die Täter erfolgreich waren. Sie erbeuteten hierbei insgesamt knapp 12.000 Euro.

Teilweise werden die Anrufe mit einer vorgetäuschten Nummer durchgeführt. Den Angerufenen wird dann suggeriert, es werde vom Polizeinotruf 110 oder einer anderen örtlichen Telefonnummer angerufen. Tatsächlich erfolgen solche Anrufe aber häufig aus Callcentern im Ausland.

Tipps und Hinweise der Polizei:

  • Wenn die Polizei Sie anruft, erscheint niemals die Rufnummer 110 im Display.
  • Polizeibeamte fordern Sie am Telefon nicht zur Über- bzw. Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen auf und befragen Sie am Telefon nicht zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen. Schon gar nicht befragen Polizeibeamte Sie zu Ihren Geldverstecken.
  • Polizeibeamte setzen Sie niemals unter Druck.
  • Legen Sie einfach auf, nur so werden Sie den Betrüger los. Aufzulegen ist in solchen Fällen nicht unhöflich, sondern wichtig!

Auch beliebt: Die Handwerker-Masche

Trickdiebe erscheinen aber auch immer wieder an der Wohnungstür, ohne dass es vorher zu einem Anruf kam. Gerne geben sie sich in diesen Fällen als Wasserwerker aus. Beispielsweise unter dem Vorwand eines Wasserschadens verschaffen sich die Täter Zutritt zu den Wohnungen der Geschädigten. Während diese dann eingespannt und beispielsweise aufgefordert werden, das Wasser laufen zu lassen, durchsuchen die Täter die Wohnungen.

Mit der Handwerker-Masche waren die Täter seit Jahresbeginn bereits in neun Fällen erfolgreich, zuletzt am Dienstagnachmittag im Fall einer 72-jährigen Frau aus Eilbek. Nachdem der angebliche Wasserwerker deren Wohnung später wieder verlassen hatte, stellte sie fest, dass der Täter knapp 500 Euro Bargeld entwendet hatte.

Die Polizei rät:

  • -Unbestellte bzw. unangekündigte Vertreter oder Handwerker bleiben draußen! Ggf. bei der Hausverwaltung anrufen und nachfragen.
  • Lassen Sie sich Dienst- und Mitarbeiterausweise vorzeigen und prüfen Sie diese sorgfältig.
  • Angebliche Polizeieinsätze ggf. durch einen eigenen Anruf bei der Polizei hinterfragen.
  • Für einen Anruf immer das eigene Telefon benutzen. Niemals eines, das von den Unbekannten zur Verfügung gestellt wird.
  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!
  • Machen Sie auf sich aufmerksam und bitten Sie einen Nachbarn um Hilfe.
  • Unbekannte Besucher warten immer vor der geschlossenen Tür!
  • In allen Fällen gilt: Rufen Sie beim kleinsten Verdacht die 110 an.
Copy LinkCopy LinkShare on MessengerShare on Messenger
Zur Startseite