Foto: Pixabay

Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Gründe für Krankschreibungen in Deutschland. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen hierzulande arbeitet mittlerweile im Sitzen und das geht nicht spurlos an einem vorbei. Wie wichtig es ist, auf sich zu achten, will der „Tag der Rückengesundheit“ am 15. März zeigen.  

Der Rücken ist ein kompliziertes Gebilde aus Wirbeln, Bändern und Muskeln, die das Korsett festigen. Aber Fehlhaltungen und Verspannungen können das System aus dem Lot bringen. In neun von zehn Fällen steckt hinter den Rückenschmerzen glücklicherweise nichts Gefährliches. Krebs- und Rheumaerkrankungen sind bei weniger als einem Prozent der Patienten die Schmerzursache und nur vier bis sieben Prozent gehen auf das Konto von Bandscheibenvorfällen oder Einengungen des Wirbelkanals.

Spezifische und unspezifische Schmerzen

Man muss zunächst zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen unterscheiden, wie die Techniker Krankenkasse (TK) klarmacht. Die spezifischen Schmerzen haben dabei einen körperlichen (somatischen) Auslöser. Das kann zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall oder eine Skoliose (seitliche Verbiegung der Wirbelsäule) sein. Die Ursache kann behandelt werden – ganz im Gegensatz zu unspezifischen Rückenleiden. Sie sind in der Regel zwar harmlos, dauern allerdings sehr lange und es besteht sogar die Gefahr, dass sie chronisch werden (hierzu später mehr). Und wo keine eindeutige Diagnose möglich ist, kann auch keine Ursache behandelt werden. Schmerzlinderung, Verbesserung der Beweglichkeit und die Kräftigung der Muskulatur stehen erst einmal im Vordergrund.

Aktiv bleiben

Foto: Pixabay

Wenn die Schmerzen noch nicht chronisch geworden sind, verschwinden sie meist innerhalb weniger Tage. Wichtig bei der Bewältigung von Rückenschmerzen ist, dass Sie aktiv bleiben und sich nicht zu lange schonen. Denn unser Rücken ist äußerst stark und beweglich. Bekannte Aussagen über Rückenschmerzen entsprechen nicht immer der Wahrheit! Das weiß auch die Krankenkasse AOK und informiert daher auf ihrer Webseite über diese Mythen. So gibt es beispielsweise auch kein „falsches Sitzen“. Das Problem ist eher, dass im Büro, im Auto, aber auch nach Feierabend zu Hause zu viel und zu einseitig gesessen wird. Abwechslung und regelmäßiges Ändern der Sitzposition lauten hier die Stichworte.

Die Psyche nicht vergessen

Psychosoziale Belastungen wie Stress oder Probleme in Beruf und Familie können ebenfalls die Ursache für ein Leiden sein. Während einige auf Stress und psychische Überlastung mit Kopf- oder Magenschmerzen reagieren, reagieren andere eben mit Nacken- und Rückenschmerzen. Die Muskeln sind angespannt, was wiederum die Schmerzen verstärkt und ein Teufelskreis entsteht. Dagegen hilft Entspannung und das Gute ist – das kann wirklich jeder lernen. Autogenes Training oder Atemübungen schaffen Abhilfe. Die Krankenkasse AOK hat hier ein paar Übungen bereitgestellt.

Foto: Pixabay

Chronische Schmerzen

Ein akuter Schmerz hat eine wichtige Schutz- und Warnfunktion für unseren Körper. Er hilft, das Überleben sicherzustellen. Hält ein Schmerz aber länger als drei Monate an, dann ist er nicht mehr akut – man spricht von einem chronischen Leiden. Der Schmerz hat keine Funktion mehr, kann aber plötzlich selbst zu einer Erkrankung werden und das ganze Leben beeinflussen, obwohl eine erkennbare körperliche Ursache nicht oder nicht mehr vorhanden ist. Hier sind spezielle Therapien notwendig, die beispielsweise Tageskliniken mit dem Schwerpunkt Schmerztherapie bieten. Anlaufstellen finden sich zahlreich im Internet. Hier sind ein paar wenige Beispiele aus Norddeutschland:

 

Foto: www.change-pain.de

 

Foto: www.change-pain.de

 

> Selbstübungsprogramme bei diversen Rückenproblemen der Medizinischen Hochschule Hannover


Gloria Saggau

Zur Startseite