Sturmtief „Sabine“: Zugausfälle und Sturmflut-Gefahr auch am Montag im Norden

Ein Aufenthaltszug der Bahn steht im Hauptbahnhof. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Die Menschen im Norden müssen sich am Montagmorgen auf erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr einstellen. Bis 10:00 Uhr ist der Fernverkehr der Deutschen Bahn eingestellt und auch Teile des regionalen Nahverkehrs sind erheblich eingeschränkt. Zudem warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) davor, dass im Zuge des Sturmtiefs „Sabine“ bis Dienstagabend weiter einzelne Äste von Bäumen herabstürzen könnten. „Achten Sie besonders auf herabfallende Gegenstände“, rät der DWD.

Feuerwehren im Norden im Dauereinsatz

„Sabine“ hatte in Hamburg und Schleswig-Holstein die Feuerwehren am Sonntagabend quasi im Minutentakt auf den Plan gerufen. Es ging vor allem um umgestürzte Bäume, umgewehte Straßenschilder und heruntergefallene Äste.

Alleine in der Hansestadt rückte die Feuerwehr nach eigenen Angaben zu mehr als 300 wetterbedingten Einsätzen aus. Zum Glück gab es bis kurz vor Mitternacht nur zwei Leichtverletzte auf der A1 zu beklagen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Auch in Schleswig-Holstein gingen die Einsatzzahlen der Feuerwehren in die Hunderte.

So ist die Lage am Montagmorgen in Hannover


Sturmflut-Gefahr für Nordseeküste

Doch „Sabine“ hat Deutschland weiter im Griff. Für die Nordseeküste besteht laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montagnachmittag die Gefahr einer Sturmflut, für Hamburg sagte das BSH für Montagabend ebenfalls einen Wasserstand vorher, der 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen könnte. Der Fischmarkt im Hafen könnte also überflutet werden.

U-Bahnen in Hamburg fahren wieder 

Die U-Bahnen in Hamburg fahren nach den stürmischen Stunden wieder normal. Das sagte ein Hochbahnsprecher am Montagmorgen. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Stundenkilometer auf der Strecke der U1 wurde aufgehoben, wie die Hochbahn twitterte.

Am Abend war eine U-Bahn in der Nähe der Station Hammer Kirche gegen einen auf ein Gleis gestürzten Baum gefahren. In der Bahn waren etwa 65 Passagiere, verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr niemand. Der Triebwagen habe sich in dem Baum verkeilt, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Fährverkehr im Norden weiter behindert

Der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln ist wegen des Sturmtiefs am Montag weiter behindert: Wangerooge, Langeoog, Baltrum und Helgoland sind derzeit nicht per Schiff zu erreichen. Das sagten Sprecher der Reedereien am Montag. Die Inseln Borkum, Norderney, Spiekeroog und Juist werden dagegen weiter angefahren, hieß es von den Fährgesellschaften. Ein Sprecherin der AG Ems, die von Emden aus nach Borkum übersetzt, sagte am Morgen: «Es ist noch ein bisschen windig, aber der Fährverkehr findet statt.»

Dutzende Flüge fallen aus

Die Auswirkungen von „Sabine“ werden auch am Hamburger Flughafen am Montag weiter spürbar sein. Dutzende Flüge fallen am zweiten Tag in Serie aus. Laut einem online veröffentlichten Plan des Airports sind jeweils mehr als 40 Ankünfte und Abflüge gestrichen.

Wälder während des Sturms meiden

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) warnten vor dem Betreten der Wälder. Spaziergänger, Wanderer und Reiter sollten die Wege in den Landesforsten während des Sturmtiefs „Sabine“ meiden, sagte SHLF-Direktor Tim Scherer.

In Pinneberg sorgte ein Kran für Aufregung. Weil der 33 Meter hohe Baukran umzukippen drohte, evakuierte die Feuerwehr mehrere Gebäude in der Umgebung. Die 120 betroffenen Anwohner seien – mit Ausnahme einer Familie – bei Verwandten und Bekannten untergekommen, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg am Abend mit.

Pressemeldung der Deutschen Bahn

Webseite der FÖHR-AMRUM LINIE

Unwetterwarnung des DWD

Fähre Pellworm

Elbfähre

Twitter – Hamburger Feuerwehr

Twitter – Hamburger Sozialbehörde

Sturmflutwarndienst

mit dpa

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