Sturm im Norden: Bahnverkehr bis morgen eingeschränkt

Bei der Bahn kam es am Mittwochmorgen zu hinreichenden Verspätungen und Zugausfällen. Foto: Marit Langschwager

Viele Bahnfahrer mussten sich am Mittwochmorgen auf Zugausfälle und Verspätungen gefasst machen: Ein Sturm über Norddeutschland hatte Schäden verursacht, die sich mindestens bis Hannover auswirkten.Nach Sturm „Ignaz“, der am Dienstagabend zahlreiche Bäume auf Gleise und Oberleitungen stürzen ließ, hat sich die Lage inzwischen entspannt. Dennoch müssen sich Reisende und Pendler in Niedersachsen weiterhin auf Störungen im Bahnverkehr einstellen.

Gekaufte Tickets verlieren laut Informationen der Bahn aber nicht ihre Gültigkeit. Fahrscheine für die betroffenen Strecken, also zwischen Hannover und Bremen sowie Hannover und Hamburg, können entweder kostenlos storniert werden oder für die Fahrt in einem beliebigen Zug auf der Strecke innerhalb einer Woche nach Störungsende genutzt werden.

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise

Die Deutsche Bahn weist alle Reisenden und Pendler darauf hin, dass sie sich vor ihrem Reiseantritt über aktuelle Verkehrsmeldung informieren. Über diese Informationsseiten können Sie sich vorab schlau machen:

Große Auswirkungen für Reisende am MIttwochmorgen

„Die Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bremen werden weitgehend ausfallen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover könne es zu Einschränkungen kommen. „Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren.“ Immerhin: Für Mittwoch ist laut Deutschem Wetterdienst nicht mit einem weiteren Sturm zu rechnen. Auch über Twitter verkündete die Deutsche Bahn die hinreichenden Auswirkungen für alle Reisenden:

Sturm im Norden: 200 Menschen übernachten im Zug

Viele Bahnreisende mussten sich wieder einmal auf Verspätungen einstellen.
Symbolfoto: Marit Langschwager

Der Sturm hatte im Bahnverkehr am Dienstagabend besonders im Norden und Nordosten Deutschlands große Probleme gemacht: Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen und Oberleitungen wurden beschädigt.

In Hannover mussten 200 Menschen in zwei Zügen übernachten. Aus einem anderen ICE, der von Chur in der Schweiz nach Hamburg unterwegs war, wurden 150 Fahrgäste bei Nienburg in Busse verfrachtet und nach Hannover gefahren. 300 weitere Menschen aus dem gleichen Zug warteten über zwei Stunden auf dessen Weiterfahrt. Um 1.35 Uhr am Mittwochmorgen setzte der Zug sich dann wieder in Bewegung. Auch in Kassel-Wilhelmshöhe und Hamburg hatten Züge für Passagiere zur Übernachtung bereitgestanden – sie wurden aber nicht benutzt.

Für die Störungen im Bahnverkehr gibt es vor allem zwei Gründe: Einerseits müsse durch den Sturm entstandene Schäden repariert werden, andererseits sind nach Angaben eines Bahn-Sprechers viele Züge und Bahnmitarbeiter durch die Probleme am Vorabend nicht dort angekommen, wo sie ihren Dienst am Morgen hätten antreten sollen. Das könne sich zum Betriebsstart auch auf Regionalverbindungen auswirken.

Sturmschäden: Züge über Güterzugstrecke umgeleitet

Die Strecke Hannover-Bremen war zeitweise gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wurde über eine Güterzugstrecke umgeleitet. Auch auf der Strecke Hamburg-Hannover hatte es über mehrere Stunden große Probleme wegen eines Oberleitungsschadens gegeben.

Auch die Strecken der Bahngesellschaft Metronom waren vorübergehend gesperrt. Etwa eine Stunde vor Mitternacht teilte das Unternehmen dann mit, dass alle Strecken wieder befahrbar seien. Feuerwehr und Polizei in den betroffenen Gebieten meldeten keine größeren Sturmschäden.

Familie auf Norderney mit Hubschrauber gerettet

Auf der Insel Norderney mussten vier vom Wasser eingeschlossene Urlauber und ein Kleinkind von einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden. Die Gruppe war nach Angaben der Feuerwehr am Dienstag im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Wegen eines Sturms war das Hochwasser in der Nordsee deutlich höher als normal ausgefallen und hatte die Touristen eingeschlossen.

Laut Deutschem Wetterdienst wurde der Höhepunkt des Sturms zwischen Dienstagnachmittag und Dienstagabend erreicht. In der Nacht habe sich der Wind deutlich abgeschwächt. Tagsüber werde der Wind im Binnenland zwar noch einmal etwas stärker, aber nicht mehr so stark wie am Dienstag.

dpa/mala
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