Stephan Weil würde gerne „Sea-Watch“-Kapitänin Rackete treffen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Foto: Gregor Fischer/Archivbild

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) möchte die Kapitänin der Hilfsorganisation Sea-Watch, Carola Rackete, gerne persönlich kennenlernen. Rackete habe sich beeindruckend für die Seenotrettung eingesetzt und verdiene höchste Anerkennung, sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur am Rande seiner Sommerreise.

Über ein Treffen würde er sich sehr freuen. „Aber das ist alles jetzt sehr frisch, und ich bin ganz sicher, dass Frau Rackete, nach allem, was sie erlebt hat, jetzt erstmal eine gewisse Erholung braucht.“

Rackete war am Wochenende trotz Verbots der italienischen Regierung mit dem Schiff «Sea-Watch 3» und 40 Migranten an Bord in den Hafen von Lampedusa gefahren und hatte dabei ein Schiff der Finanzpolizei gestreift. Die Staatsanwaltschaft hatte ihr Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gegen ein Kriegsschiff vorgeworfen. Sie wurde festgenommen und unter Hausarrest gestellt, am Dienstag aber wieder freigelassen. Derzeit hält sich die Kapitänin, die im niedersächsischen Hambühren (Kreis Celle) aufgewachsen ist, laut der Hilfsorganisation an einem „sicheren Ort“ in Italien auf.

Weil sagte, man müsse sich klarmachen, dass das Mittelmeer bis heute ein riesiger Friedhof sei. „Ich habe es als unerträglich empfunden, dass eine Frau mit Haft bedroht wird, die das nicht auf sich beruhen lassen will, sondern mit höchstem Einsatz versucht, Leben zu retten.“ Daher sei er über ihre Freilassung sehr erleichtert.

 

dpa

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