#stayhomechallenge: Wenn die Selbstbeschäftigung zur Zerreißprobe wird

Für viele Menschen heißt es jetzt: Homeoffice und zuhause bleiben. Das lässt aber auch viele kreativ werden. Foto: Pixabay

„Bis auf Weiteres bleiben Sie am besten im Homeoffice.“ Das ist der Moment, in dem das Coronavirus endgültig bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern angekommen ist. Aufgrund der Coronavirus-Krise sollten die Menschen möglichst zu Hause bleiben. Die „#stayhomechallenge“ ruft in sozialen Medien dazu auf – und geht viral.

Aus der Not eine Tugend machen

Zahlreiche Länder haben aufgrund der sich ausbreitenden Coronavirus-Pandemie den Notstand ausgerufen. Auch in Norddeutschland sind die Menschen dazu angehalten, möglichst von daheim aus zu arbeiten und Kontakt mit anderen zu vermeiden.

In den eigenen vier Wänden kann einem dabei schon einmal langweilig werden – so entstand die #stayhomechallenge. Putzen, ausmisten, organisieren – viele Nutzer machen in den sozialen Medien aus der Not eine Tugend und erledigen jetzt die Dinge, für die sie sonst nie Zeit haben.

Die Challenge wurde sowohl auf Twitter als auch über Instagram tausendfach geteilt. Das Phänomen zeigt, dass die Menschen die sozialen Medien in solch einer Ausnahmesituation besonders viel nutzen.


Fitness in Zeiten von Corona

Die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifiziert die Ausbreitung des Coronavirus inzwischen als Pandemie – also als globalen Ausbruch einer neuen Krankheit. Wichtig sei momentan vor allem, dass sich möglichst wenig Menschen anstecken. Das Virus hat nun auch die Fitnessstudios und Schwimmbäder lahmgelegt. Um weiter fit zu bleiben und den Bewegungsdrang zu stillen, ist für viele das Hometraining daher der letzte Ausweg.

In den meisten Fällen reichen Sportklamotten und Fitnessmatte – so auch beim Bodyweight-Training. Denn für viele Übungen braucht man hier nur eins – das eigene Gewicht. Mit einfachen Geräten – und Youtube-Tutorials – ist Training auch zu Hause möglich. Wer keine tollen Geräte daheim hat, aber Toilettenpapier (was ja derzeit scheinbar eine Menge Leute horten), für den ist folgendes Workout das passende. Hier reichen ein paar Rollen Toilettenpapier:

COVID 19 workout 👇

Gepostet von Powerlifting Motivation am Freitag, 13. März 2020

Mit Kindern durch die Krise

Nach der Schließung von Schulen und Kitas haben Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Millionen von Eltern in Deutschland plagen Sorgen: Wie bekomme ich den Alltag geregelt, wenn ich meine Kinder komplett selbst betreuen muss? In Norddeutschland gibt es für bestimmte Fälle eine Notbetreuung. Trotz allem müssen viele Eltern jetzt kreativer sein denn je.

Für die Kinder sind die Geschichten von Viren und Bakterien hingegen schlichtweg märchenhaft. Kinder können sich diese Dinge schlecht vorstellen, da sie unsichtbar sind. Um ihnen die Notwendigkeit des gründlichen Händewaschens zu visualisieren, hat sich eine Nutzerin bei Instagram eine kreative Lösung einfallen lassen:

 

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HÄNDE WASCHEN 🤚🚿 • • Mehrmals täglich die Hände waschen… aber bitte richtig! 👆 Wir hören es im Moment überall. • • Wissen wir, und unsere Kids ja eigentlich auch… 20 Sekunden und immer mit Seife! 🧼 Denn erst sie schafft es, dass sich die Viren von der Haut lösen. • • In der Schule beobachte ich oft, wie einfach nur schnell mit Wasser gewaschen wird und auch die Kleinen sind nicht immer leicht zu motivieren. 🤔 • • Vielleicht hilft ja dieses tolle Experiment, denn es zeigt groß und klein wie schnell sich Viren verbreiten und warum Seife so wichtig ist! 🦠🧼 • • 1. Die Hände werden eingecremt. 2. Jetzt kommen die Viren- ordentlich Glitzer auf die Hände streuen und verreiben. 3. Viren verteilen- schüttelt euch die Hände oder fahrt euch durchs Gesicht. Ihr werdet sehen, sie bleiben überall hängen. 4. Versuch eure Hände an einem Handtuch zu säubern. 5. Wascht eure Hände mit klarem Wasser. Leider ist immer noch viel Glitzer daran. 6. Nun seift eure Hände 20 sek. ein und wascht sie mit warmem Wasser ab. 7. Eure Hände sind sauber! 🙌 • • • ❓Wie lassen sich eure Kids am besten Motivieren? Und wie alt sind sie? • ❗️Es gibt Plastikfreies Glitzer !🎊Das Glitzer ist aus Zellulose und daher biologisch abbaubar, und man kann es ohne bedenken in den Abfluss Kippen 👍 Infos in der Story • • #händewaschen #kinder #lebenmitkindern #viren #backterien #kindergarten #schule #lehrer #erzieherin #richtighändewaschen #seife

Ein Beitrag geteilt von EVA (@kleine_schlawiner) am

Die Corona-Pandemie zwingt alle auf Distanz. Im Homeoffice gibt es ausreichend zutun. Aber wie bekommt man den Rest des Tages um? Dabei gibt es noch viele andere Möglichkeiten, um in den vier Wänden nicht zu vereinsamen.

5 Tipps gegen eine generelle Vereinsamung

  • Tipp 1 Gehen Sie an die frische Luft: An der frischen Luft ist die Ansteckungsgefahr am geringsten. Der Virologe Christian Drosten sagte erst kürzlich: „Es ist nicht so, dass man sich beim Spazierengehen, wenn man sich begegnet, infiziert.“ Frische Luft tut also gut. Sowohl für die Seele als auch für die Gesundheit.
  • Tipp 2 Holen Sie die Spielkarten raus: Nutzen Sie die Zeit, um mit Ihren Kindern oder dem Partner das Spielglück herauszufordern. Oder bieten Sie Hilfe bei der Kinderbetreuung an. Vielleicht klappt sogar eine Lern- oder Hausaufgabenhilfe via Skype.
  • Tipp 3 Vernetzen Sie sich: Die sozialen Medien sind das perfekte Werkzeug, um sich auszutauschen. Auch über Foren wie Ebay Kleinanzeigen, können Menschen ihre Hilfeleistungen anbieten. Oder nehmen Sie an gesellschaftlichen Aufrufen wie der #stayhomechallenge teil.
  • Tipp 4 Briefe schreiben: Wann haben Sie zuletzt einen Brief an Ihre Familie oder Freunde verschickt? Die Zeit kann man auch dafür nutzen, alte, langsamere Kommunikationsformen wieder zu entdecken und den Füller wieder hervor zu holen.
  • Tipp 5 Suchen Sie sich ein neues Projekt: Sie wollten schon lange eine andere Sprache sprechen oder Stricken lernen? Dann ist jetzt die Zeit dafür gekommen! In Online-Kursen, Apps oder Tutorials finden Sie ausreichend Inspiration.

Selbstbeschäftigung als Zerreißprobe

Man müsse alles tun, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Ministerpräsident Daniel Günther am Montagabend. Zur Not könne man auch telefonische Hilfsangebote wie zum Beispiel das Seelsorgetelefon oder Krisendienste nutzen. Auch wenn für viele Menschen die Selbstbeschäftigung zur Zerreißprobe wird, heißt es: Abstand halten. Denn in Krisenzeiten sind die Menschen mehr denn je aufeinander angewiesen. Und wenn das bedeutet, Langeweile und einen Serienmarathon in Kauf nehmen zu müssen, ist die Selbstbeschäftigung das kleinste Übel.

Machen Sie es sich also einfach auf der Couch gemütlich, wenn Sie nicht unbedingt raus müssen – für all diejenigen, für die das Coronavirus eine größere Gefahr ist.

 

Marit Langschwager

 

 

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