Sexuelle Gewalt an Kindern: Plattform-Betreiber aus Norddeutschland vor Gericht

Vor dem Landgericht Frankfurt wird heute der Prozess gegen die mutmaßlichen Betreiber einer Internetplattform fortgesetzt, deren Mitglieder Darstellungen sexueller Gewalt gegen Kinder austauschten. Angeklagt sind ein 49-Jähriger aus dem Landkreis Mühldorf am Inn in Bayern und ein 60-Jähriger aus Norddeutschland, der zuletzt in Paraguay lebte. Sie sollen im sogenannten Darknet die Plattform „BoysTown“ mit bis zu 400.000 Nutzern im Sommer 2019 aufgebaut haben. Außerdem sind ein 41-Jähriger aus dem Landkreis Paderborn sowie ein 66-Jähriger aus Hamburg angeklagt. Zwei der Männer sollen zudem selber Kindern sexuelle Gewalt zugefügt haben.

Angeklagter entschuldigt sich

Einer der Angeklagten hatte sich im Prozess entschuldigt. In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung räumte der 49-jährige ein, durch sein Handeln „Menschen körperlich verletzt“ zu haben. Er wolle sich bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen entschuldigen und schäme sich seiner Taten, ließ der Mann aus dem Landkreis Mühldorf am Inn in Bayern über seinen Anwalt erklären. Er sei bereit, eine Therapie anzutreten. Zu den Vorwürfen selbst nahm er weiter nicht Stellung.

Die Staatsanwaltschaft hatte beim Prozessauftakt in der vergangenen Woche mehrere Stunden für die Verlesung der Anklage benötigt. Dabei war die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen worden. An diesem Montag haben die Angeklagten die Möglichkeit, vor Gericht zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Am Freitag werden Einlassungen der übrigen Angeklagten erwartet.

Mit dpa

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