Künstler Julian Hetzel hat in Braunschweig im Rahmen des Festivals „Theaterformen“ ein Kunstwerk geschaffen, das für die meisten zunächst etwas eklig klingen mag: Er hat eine Seife hergestellt, die abgesehen von den üblichen pflanzlichen Ölen auch zehn Prozent menschliches Fett enthält. Die Seife ist ein Teil seines Kunstprojekts „Schuldfabrik“. Das Spiel zwischen Ekel und Sauberkeit sowie Schuld und Freiheit verlangt den Besuchern durchaus viel ab. Für die Herstellung der 2.000 Seifenblöcke wurden rund 30 Kilo menschliches Fett benötigt – und das gibt es eben nicht im Supermarkt um die Ecke. Echte Körperfettspender zu finden, war kein leichter Weg und auch für den Künstler eine ziemlich magenbelastende Angelegenheit. Neben all der Provokation will der 37-Jährige damit aber auch etwas Gutes tun: Ein Teil der Einnahmen soll in ein Brunnenbauprojekt in der Demokratischen Republik Kongo fließen. Eine Seife kostet 20 Euro. Neugierige können sie noch bis Sonntag in Braunschweig testen und sich so von ihrer Schuld reinwaschen.

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