Schwere Tierquälerei auf der Veddel: Wer hat Hündin „Tonka“ das angetan?

Foto: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

Ein besonders schlimmer Fall von Tierquälerei beschäftigt derzeit den Hamburger Tierschutzverein (HTV): Am Montag (9. Dezember 2019) wurde die Huskyhündin „Tonka“, wie der HTV sie genannt hat, auf der Veddel gefunden. Die Hündin lief alleine die Straße entlang, als sie die Aufmerksamkeit der beiden Finder weckte. Sie verhielt sich zunächst ängstlich, sodass die Finder ihr einige Meter folgen mussten, bis sie sich schließlich einfangen ließ. Aufgrund ihres schlimmen Zustands brachten die beiden Männer Tonka unverzüglich in das Tierheim Süderstraße. 

Foto: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

​Tonka ist etwa zwei Jahre alt, 54 cm groß und hat huskytypische blaue Augen. Die Hündin ist gechippt, der Chip aber leider nicht registriert, daher konnte auf diesem Weg der Halter nicht ausfindig gemacht werden. TierärztInnen stellten bei Tonka einen sehr schlechten Pflegezustand fest. Alle Gliedmaßen waren nur schütter behaart, zudem waren ihre Krallen viel zu lang. Auffällig an ihr sind großflächig kahle, zum Teil blutig-krustig entzündete Hautstellen. Insbesondere ihr Bauch und Hals waren davon stark betroffen. Selbst Tonkas Pfoten waren offen und am letzten Drittel ihrer Rute fehlte das Fell. Zudem war sie sehr abgemagert. Es konnte sofort festgestellt werden, dass Tonka an Demodex-Milben leidet. Diese Erkrankung verursacht starken Juckreiz und erklärt ihre aufgekratzten und stark entzündeten Hautstellen.

Foto: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

​Aktuell muss Tonka noch über einen längeren Zeitraum medikamentös gegen die schwere Erkrankung der Haut und den quälenden Juckreiz behandelt werden. Zudem wird sie regelmäßig mit medizinischen Shampoos gebadet. Sie hat sich in der kurzen Zeit schon sehr gut entwickelt und der HTV geht davon aus, dass Tonka wieder vollständig gesund wird. Schon jetzt wäre es möglich, die liebe Hündin an verantwortungsvolle HalterInnen zu vermitteln, die ihre Behandlung zu Hause fortführen.

Tonkas Zustand lässt vermuten, dass ihre Erkrankung bereits seit mehreren Monaten bestand. Der HTV hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und setzt für Hinweise, die zur Ergreifung der TäterIn oder der TäterInnen führen eine Belohnung in Höhe von 500 Euro aus.

Foto: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

Das Aussetzen eines Tieres stellt einen gravierenden Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und kann mit einem Bußgeld bis zu 25.000 Euro geahndet werden. In diesem Fall stellt das Zufügen von Leid und Schmerzen, indem dem schwer kranken Tier eine dringend notwendige tiermedizinische Behandlung vorenthalten wurde, eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes dar. Diese kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Da die bisherigen Recherchen ohne Ergebnis blieben, ist der HTV nun auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wenn Sie Tonka kennen oder Hinweise bezüglich des Sachverhalts geben können, wenden Sie sich bitte umgehend an die Tierschutzberatung: 040 21 11 06 -25, die telefonisch immer montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr erreichbar ist oder per E-Mail an tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de. Der HTV ist für jeden hilfreichen Hinweis dankbar!

Allgemein gilt: Niemand muss ein Tier solchem Leiden aussetzen! Egal aus welchen Gründen man sich nicht mehr um das eigene Haustier kümmern kann oder will – in jedem Fall sollte man sich Hilfe bei einem Tierschutzverein oder ähnlichem suchen, um dem Tier unnötige Leiden und Schmerzen zu ersparen.

Hamburger Tierschutzverein (HTV)

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