Schwer verletzte Osterkaninchen: Hamburger Tierschutzverein setzt Belohnung für Hinweise aus

HTV-Tierrettungsfahrer Heiko Nauschütz mit der Finderin und zwei Mitarbeitern der Feuerwehr. Foto: Hamburger Tierschutzverein

Am frühen Ostersonntag erreichte den Hamburger Tierschutzverein ein Hilferuf über das Nottelefon: In Eilbek, auf dem Gelände der Kindertagesstätte Mennonitenstraße, entdeckte eine aufmerksame Hundehalterin bei ihrem morgendlichen Spaziergang gegen 6:30 Uhr drei offensichtlich ausgesetzte Kaninchen. Die Finderin informierte zunächst die Polizei, musste dann aber feststellen, dass eines der Tiere schwer verletzt war, sodass sich die Finderin auch umgehend an den Tierrettungsdienst des HTV wandte. In einer gemeinsamen Rettungsaktion, unterstützt durch die Feuerwehr, konnten die Kaninchen eingefangen und in die Obhut des HTV gebracht werden.

Für eins der Kaninchen kam jede Hilfe zu spät

Aus dem Trio wurde während des Einsatzes sogar ein Quintett. Nicht ausgeschlossen, dass weitere Tiere dazugehören, die nicht aufgefunden werden konnten. Drei der Kaninchen wurden wegen ihres sehr schlechten Zustandes sogleich am Ostersonntag zu einem Nottierarzt gebracht. Für eines der Kaninchen kam leider jede Hilfe zu spät: Aufgrund des nahezu abgetrennten Kopfes vom Körper des Tieres konnte das Tier nur noch von seinen Schmerzen und Leiden erlöst werden. Ob diese schwere Verletzung auf einen Angriff durch ein anderes Tier oder durch mutwillige Verletzungen, gegebenenfalls sogar eine versuchte Tötung durch Menschen, herbeigeführt wurde, soll noch durch eine pathologische Untersuchung herausgefunden werden. Den beiden anderen Intensivpatienten konnte geholfen werden, sodass das Quartett, bestehend aus drei weiblichen und einem männlichen Kaninchen, nun im Tierheim Süderstraße aufgepäppelt und gesund gepflegt wird.

Diese anderen vier Langohren erholen sich derzeit im Hamburger Tierheim Süderstraße und werden dort liebevoll gepflegt sowie medizinisch versorgt. Foto: Hamburger Tierschutzverein

Videomaterial könnte Anhaltspunkte zu Täter*innen geben

Aufgrund der Auffindesituation der Kaninchen, die sich auf dem komplett eingezäunten Gelände der Kindertagesstätte befanden, dessen einziger Zugang über ein großes Tor verschlossen war, muss davon ausgegangen werden, dass die Tiere dort ausgesetzt wurden. Von selbst konnten sie auf das eingezäunte Gelände nicht gelangen. Nach den aktuellen Recherchen der HTV-Tierschutzberatung ist das Gelände videoüberwacht und die Sichtung der Videoaufnahmen bereits durch die Strafverfolgungsbehörde veranlasst. Möglicherweise liefert das Videomaterial Anhaltspunkte zu den Täter*innen. Der Tatzeitpunkt kann durch die Zeugin insofern eingegrenzt werden, als dass sie am Samstagmorgen, einen Tag vor dem Auffinden der Tiere, ebenfalls vor Ort war. Zu diesem Zeitpunkt sollen sich die Kaninchen mit hoher Wahrscheinlichkeit aber noch nicht auf dem Gelände befunden haben.

HTV setzt Belohnung für Hinweise aus 

Da in diesem Fall aufgrund der Gesundheitszustände der Kaninchen beim Auffinden ein besonders schwerer Fall von Aussetzung vorliegt, hat der HTV Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter*innen führen, setzt der HTV zudem eine Belohnung in Höhe von 500 Euro aus.

Wer hat etwas beobachtet?

Zur Überführung der Täter*innen ist der HTV auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer in der Zeit von Samstagmorgen (11. April), ca. 7 Uhr, bis Ostersonntag (12. April), 6:30 Uhr, auffällige Personen oder auffällige Handlungen von Personen auf oder an dem Gelände der Kindertagesstätte Mennonitenstraße in Eilbek beobachten konnte oder wem die Tiere bekannt vorkommen – oder der weiß, dass eine entsprechende Anzahl von Kaninchen im entsprechenden Zeitraum nicht mehr in ihrem bisherigen Zuhause sind, wendet sich bitte umgehend an die Tierschutzberatung des HTV: telefonisch unter der 040 / 21 11 06 25, montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr oder per E-Mail an tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de.

Das erwartet den oder die Täter*innen

Das Aussetzen eines Tieres stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann gemäß § 18 Abs. 1 Nr. 4 TierSchG mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Im Einzelfall, wenn der Tod oder schwere Verletzungen des Tieres durch die Umstände der Aussetzung billigend in Kauf genommen werden oder das Tier durch die Aussetzung und deren Folgen sogar zu Tode kommt, handelt es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG. Diese kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

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